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Auszeichnung für Sylter : Holger Laurisch erhält das Bundesverdienstkreuz

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Für sein Projekt „Aktive Pause“ wird Holger Laurisch am Freitag das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im Interview verrät er, wem er das zu verdanken hat

Seit vielen Jahren ist Holger Laurisch mit seinem Projekt „Aktive Pause“ auf der ganzen Insel unterwegs. Mit seinem „Spielmobil“, einem Bus gefüllt mit etlichen Spiel-, Sport- und Geschicklichkeitsgeräten, besucht er unter anderem Feuerwehrfeste, öffentliche Veranstaltungen und Schulen. Der ehemalige Lehrer möchte Kinder und Jugendliche für Sport begeistern, denn „Bewegung ist die beste Lebensversicherung“, wie er sagt. Für sein Projekt wird Laurisch am Freitag in Hamburg das Bundesverdienstkreuz verliehen. Mit der Sylter Rundschau sprach er kurz vor der Verleihung über seine ehrenamtliche Tätigkeit,

Herr Laurisch, wer hat Sie für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen?

Ich wurde sogar schon zum zweiten Mal vorgeschlagen. Der Leiter an der Hamburger Schule, an der ich bis zu meiner Pensionierung Politik und Sport unterrichtete, hatte mich bereits vor vielen Jahren vorschlagen, allerdings dürfen öffentlich Bedienstete keinen Orden annehmen. Jetzt bin ich seit 13 Jahren pensioniert und ein Berliner Malermeister, der mit seiner Familie in List bei einer meiner Veranstaltungen war, war so begeistert, dass er mich unbedingt vorschlagen wollte. Das hat dann alles eine ganze Weile gedauert, aber schließlich hat es ja anscheinend geklappt (lacht).

Wen haben Sie zuerst angerufen, als Sie die Nachricht erhielten?

Ich glaube, ich habe Herrn Gosch angerufen. Wir kennen uns schon viele Jahre und ich wurde von ihm immer unterstützt. Natürlich habe ich ihn auch eingeladen, an der Verleihung teilzunehmen, aber er hat an diesem Tag leider keine Zeit.

Wer begleitet Sie sonst zu der Verleihung?

Der Berliner Malermeister und seine Frau kommen auf jeden Fall. Genauso wie ein alter Kollege aus meiner Hamburger Zeit als Lehrer und ein Mitarbeiter von Gosch, den ich gut kenne. Außerdem natürlich meine Lebensgefährtin Ulrike Soehring, mit der ich seit 33 Jahren zusammen bin und die ich sehr verehre.

Sie haben 1995 in Hamburg die „Aktiven Pause“ ins Leben gerufen. Wie kamen Sie auf die Idee für das Projekt?

Damals stand zur Debatte, den Sportunterricht für Berufsschüler abzuschaffen. Das betraf mich einerseits als Sportlehrer, aber vor allem wollte ich, dass der Schulsport für alle Schüler zugänglich bleibt. Leider konnte der Schulsport nicht erhalten werden, aber ich bin aber auf die Idee gekommen, die „Aktive Pause“ wiederzubeleben. Einen Ansatz gab es bereits, dieser war allerdings ziemlich eingeschlafen. Ich habe also mit dem Landesschulrat gesprochen und ihm das Projekt erklärt. Mein Antrag kam bei den Verantwortlichen gut an und wurde ein voller Erfolg.

Wie kamen Sie mit der „Aktiven Pause“ schließlich nach Sylt?

Die Eltern meiner Lebensgefährtin lebten in Kampen. Sie war die einzige Erbin und wir haben das Haus auf der Insel schließlich 2003 übernommen und fühlen uns hier sehr wohl.

Haben Sie die „Aktive Pause“ auch sofort auf der Insel angeboten?

Ja, ich wollte meine Ideen hier fortsetzen und bin mit meinem Spielmobil mit vielen Geräten von Schule zu Schule und von Veranstaltung zu Veranstaltung gefahren. Ich bin eben durch und durch auf Bewegung eingestellt und biete immer noch 40 bis 50 Veranstaltungen im Jahr an und bin dadurch viel unterwegs.

Auf ihren Veranstaltungen können die Kinder zahlreiche Spielgeräte ausprobieren. Gibt es darunter besondere Highlights ?

Die Kinder greifen besonders gerne zu Ein-, Zwei,- Drei und Vierrädern. Vor allem Roller sind beliebt. Das kann einen schon wundern, weil ein Roller ja eigentlich ein altes Gerät ist. Aber es ist und bleibt beliebt. Auch die Eltern probieren die Geräte gerne aus. Ich versuche sie auch ein bisschen zu animieren, obwohl ich mich nicht als Animateur sehe. Aber wenn ich in meinem Alter an einem Spielgerät zeige, wie es funktioniert, trauen sich die Eltern oft auch.

Sie sind jetzt 75 Jahre alt. Wie lang möchten Sie die „Aktive Pause“ noch anbieten?

Ich mache weiter, solange meine Kräfte reichen. Und ganz nach dem Motto: Bewegung ist die beste Lebensversicherung freue ich mich auch schon wieder auf die nächsten Saison.

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erstellt am 09.Dez.2015 | 12:40 Uhr

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