Keitumer Thermenruine : Hohes Risiko bei zu frühem Einsatz

Bevor es mit der Modellierung und Renaturierung weitergehen kann, müssen die Verantwortlichen den Frühling abwarten.
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Bevor es mit der Modellierung und Renaturierung weitergehen kann, müssen die Verantwortlichen den Frühling abwarten.

Seit Ende des Abrisses passiert kaum etwas auf dem Gelände am Wattenmeer. KLM-Chef Marcus Kopplin erläutert, warum

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05. März 2018, 21:54 Uhr

Im Juli 2008 war Schluss mit den Bauarbeiten an der Keitum-Therme und damit endgültig der Traum geplatzt von einer exklusiven Wellness-Oase am Wattenmeer. Anschließend rottete das „Schandmal der Insel“ fast ein Jahrzehnt vor sich hin, doch dann ging alles ganz schnell: Nach einem Beschluss auf Antrag der Sylter Wählergemeinschaft (SWG), die Thermenruine aus Haushaltsmitteln und in eigener Verantwortung der Gemeinde Sylt abzureißen und das Areal anschließend zu renaturieren, setzten sich im März 2017 die ersten Abbruchbagger in Bewegung und nur 27 Wochen später war alles verschwunden.

Seitdem jedoch tut sich so gut wie nichts auf dem Gelände – die Sylter Rundschau hat nachgefragt. „Im Oktober mussten wir die Renaturierungsmaßnahmen zunächst aufschieben wegen der herbstlichen Nässe“, erläutert Marcus Kopplin, der Leiter des zuständigen Kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM). „Das wurde leider auch im November und Dezember nicht besser. Im Gegenteil: Der Boden war völlig durchgeweicht, da ging gar nichts für die Baumaschinen in Sachen Geländemodellierung.“ Anfang des Jahres habe man dann auf eine ausreichend lange Frostperiode gehofft, so Kopplin, doch bis zur letzten Februarwoche habe es nur bis zu 20 Zentimeter Bodenfrost gegeben – zu wenig Tragfähigkeit für schwere Maschinen.

„Deshalb konnten wir bislang nur leichte Umverteilungen der vorhandenen Aufschüttungen zur Trockenlegung der nordöstlichen Senke des Geländes und zur Umleitung des durch das Tauwetter von erwartendem neuen Regenwassers in den westlichen Grundstücksteil vornehmen“, so Kopplin. „Unterhalb der dünn gefrorenen Oberfläche ist nach wie vor viel gespeicherte Nässe. Der durchweichte Boden macht den Betrieb von Baggern und Radladern weiter unmöglich.“

Der KLM-Chef verweist ausdrücklich darauf, dass in Anbetracht sechsstelliger Summen allein für die Renaturierung jetzt im Winter noch ein zu hohes Risiko für Fehleinschätzungen bei einem zu frühen Einsatz besteht. „Wir müssen darauf achten, dass für die von der Naturschutzbehörde des Kreises ja ganz exakt vorgeschriebene Trockenrasen-Aussaat die passenden Witterungsbedingungen vorliegen. Nach aktuellem Stand ist damit erst im April, eher im Mai zu rechnen“, so Kopplin. „Wir haben deshalb jetzt eine Art Fahrplan für die kommenden Monate entwickelt“ – siehe unser Artikel unten links.

Zur Modellierung des Geländes erklärte der KLM-Chef, dass im Süden, Osten und Westen auf bis zu 18 Metern eine abfallende Böschung geplant sei. An der nördlichen Wattseite soll der vom Ortsbeirat gewünschte Bouleplatz entstehen, außerdem ein vorgeschriebener Rettungsweg, der parallel zur jetzigen Einzäunung bis zum Aufgang zur Straße Am Kliff verläuft. Dieser Metallzaun werde später jedoch ebenso entfernt wie der Holzzaun an der Straße Am Tipkenhoog. Dort sollen dann ein kleiner Wall aufgeschüttet und ein befestigter Fußweg errichtet werden. „Ich bitte also alle Einwohner von Keitum und auch Urlaubsgäste noch um einige Zeit Geduld“, so Marcus Kopplin.

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