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Kunst auf Sylt : Hoher Besuch in der Galerie Mensing

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Werke von Picasso, Dalí, Miró und Chagall sind in der neuen Ausstellung der Galerie Mensing zu sehen.

„Ich lade mir gerne Gäste ein“, so heißt es in einer populären deutschen Operette. Geniale und geradezu epochemachende Gäste beherbergt derzeit die Galerie Mensing in der Westerländer Friedrichstraße. Bei einer gut besuchten Vernissage konnte die Kunsthistorikerin und Galerie-Mitarbeiterin Dr. Nicola Heuwinkel am vergangenen Freitagnachmittag Pablo Picasso, Salvador Dalí, Joan Miró sowie Marc Chagall begrüßen und vorstellen. Korrekt: Präsent waren diese „unsterblichen Meister, die mit ihren Bildern von spannungsreicher Vielfalt“ die Malerei der Moderne allesamt nachhaltig geprägt haben, natürlich in Form von 25 ausgewählten Werken (Radierungen, Farblithografien, Aquarelle).

In ihrer klar strukturierten Einführung stellte die Kunsthistorikerin nicht nur ausgewählte Werke aus der aktuellen Präsentation, die unter dem Titel „Meisterwerke der Klassischen Moderne“ noch bis zum 18. Oktober zu sehen sind, vor. Sie charakterisierte auch die jeweiligen Künstler. So den gebürtigen Russen Marc Chagall als „Meister der Graphik“ oder Dalí als „Magier einer träumerisch-abstrusen Kunst“. Picasso skizzierte sie als „Stilpluralisten von unerschöpflicher Gestaltungskraft“ sowie Miró als einen der „populärsten Künstler des 20. Jahrhunderts mit eigenständiger Bildersprache.“

Die vier Künstler lebten und wirkten einst allesamt in Paris, erfanden sich und ihre Kunst immer wieder neu und waren ausgestattet mit einer schier unerschöpflichen Fantasie. Sie erlaubte jedem auf seine Art, die Fülle des Lebens mit dem Spannungsbogen von der Freude bis hin zum Drama menschlicher Existenz darzustellen.

Die Ausstellung in der Westerländer Innenstadt spiegelt genau dieses Spektrum wieder. Bei Picasso darf der Harlekin (aus dessen so genannter Blauer Periode) ebenso wenig fehlen, wie das an Ehebruch und sexueller Begierde gemahnende, der Bibel entnommene Motiv von Bathseba im Bade. Chagall präsentiert mit seinen „Musizierenden Clowns“ in leuchtenden Farben eine Zirkusarena, die ihm Metapher ist für das Leben schlechthin. Mirò, in der Ausstellung mit großformatigen Werken vertreten, lädt mit seiner Radierung „Escalade vers la lune“ zu einer Traumreise zum Mond ein. Während Dalí mit geheimnisvollen Symbolen dem Betrachter so manches Rätsel aufgibt.

In der Tat: Werke von „außergewöhnlicher Bildmagie“ (Dr. Nicola Heuwinkel) erwarten den Besucher. Sie zu entschlüsseln und sich vor allem an ihnen zu erfreuen, das sollte in diesen herbstlichen Tagen Grund genug für einen Besuch sein. Die Bilder lohnen es.


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erstellt am 07.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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