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Syltfähre : Hoher Andrang führt zu Wartezeiten

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Reederei profitiert von der Sperrung des Autozuges für größere Wohnmobile. Überfahrten im Zweistundentakt werden bei Bedarf ausgeweitet.

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erstellt am 15.Jun.2016 | 00:00 Uhr

„Seeluft statt Zugluft“ – der Werbeslogan der Syltfähre kommt bei Syltern und Urlaubern an. Immer mehr Kunden nutzen für den Weg zum Festland die Route über Röm. Besitzer von größeren Wohnmobilen haben gar keine Alternative – seit Ende Mai 2015 dürfen sie nicht mehr auf den Syltshuttle. Die Folge: Auch an der Syltfähre kann es zu zwei Stunden Wartezeit kommen.

Der Syltshuttle der Deutschen Bahn darf keine großen Wohnmobile mehr transportieren, weil Dachluken und Panoramadächer sich bei Tempo 100 lösen könnten. Die Bahn-Versicherung wollte das Risiko nicht mehr übernehmen. Nur kleine Wohnmobile bis sechs Metern Länge, 2,7m Höhe und 2,2m Breite sowie drei Tonnen Gesamtgewicht dürfen auf die Doppelstockwagen der Bahn, erläutert laut ihr Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Besitzer größerer Wohnmobile müssen auf die Fähre – und damit den Umweg über die dänische Nachbarinsel Röm und ihren Damm zum Festland in Kauf nehmen.

Sehr zur Freude der Syltfähre, die die neun Seemeilen lange Strecke zwischen den Fährhäfen Havneby und List im Zweistundentakt bedient. Auf der „Syltexpress“ finden 80 Pkw oder bis zu zwölf Lkw und 40 Pkw Platz.

Eine normale Hin- und Rückfahrt mit dem Pkw kostet mit dem Schiff 79,50 Euro, bei der Bahn sind es 92 Euro. Die erste Überfahrt morgens um 5.15 Uhr von dänischer Seite nutzen vor allem Lkw-Fahrer, die Geschäfte auf der Insel beliefern müssen. „Aber auch Wohnmobilfahrer sind morgens schon dabei,“ weiß Birte Dettmers. Die übernachten dann meist auf einem Stellplatz in Havneby, 200 Meter vom Fähranleger entfernt. Die letzte Überfahrt startet laut Sommerfahrplan um 21.25 Uhr in List.

Anders als auf dem Autozug können Überfahrten auf der Syltfähre reserviert werden. Wer nicht reserviert hat, muss unter Umständen schon mal zwei Stunden auf die nächste Abfahrt warten. „Wir versuchen aber, auch alle spontanen Gäste mitzunehmen“, verspricht Syltfähre-Geschäftsführerin Birte Dettmers. Wenn’s hoch her geht am Fähranleger, pendelt die „Syltexpress“ auch häufiger zwischen Havneby und List, verzichtet auf die Pause oder hängt abends noch eine Abfahrt ran.

Doch nicht nur die Zahl der Wohnmobile und Gespanne auf der Syltfähre hat zugenommen, auch bei Pkw und Lkw verzeichnet die Reederei einen kontinuierlichen Zuwachs. „Die Umstrukturierung von 2011 zeigt Wirkung“, erläutert Birte Dettmers. Damals wurde das Fährschiff nach Zypern ausgeflaggt, eine internationale Crew angeheuert, der bordeigene Travel-Value-Shop ausgebaut und die Gastronomie umgestellt. Einen Schwerpunkt legte der Betreiber, die Rømø-Sylt Linie, auf den Frachtverkehr, damit eine ganzjährige Auslastung sichergestellt ist. Für mehr Bekanntheit unter den Pkw-Gästen sorgte der Fünfzig-Euro-Sondertarif für die Hin- und Rückfahrt in den Wintermonaten. „Vielleicht bieten wir den im nächsten Winter wieder an“, überlegt die Geschäftsführerin.

Im vergangenen Jahr hat die Syltfähre 95  400 Fahrzeuge befördert, 2014 waren es noch 91  000. Allerdings: schwarze Zahlen schreibt das Tochterunternehmen der Flensburger Förde Reederei Seetouristik (FRS) trotz Umstrukturierung nicht.

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