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Baupläne auf Sylt : Hörnums Bürgermeister Rolf Speth über die Baupläne im Inselsüden

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zwischen Frust und Fortschritt: Hörnum baut weitere Häuser als Dauerwohnraum, trotzdem ärgert sich Bürgermeister Rolf Speth.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2015 | 11:00 Uhr

Hörnum | „Die Gemeinde Hörnum hatte alles dafür getan, dass wir 24 Wohnungen in Mietwohnungen umwandeln können. Aber das hat uns die Landesplanung in Kiel schließlich verboten. Da fehlen mir die Worte. Das ist ein Skandal!" Rolf Speth ärgert sich. Der Bürgermeister von Hörnum ist sichtlich erregt angesichts solcher behördlichen Entscheidungen - und verärgert, dass dieser Beschluss als sein Versagen kritisiert wird. „Da bin ich sauer, dass nicht die eigentliche Ursache des Scheiterns benannt wird, sondern der Bürgermeister vorgeführt wird".

Das Amt des Bürgermeisters übernahm Rolf Speth 2003 als Spitzenkandidat der Allgemeinen Wählergemeinschaft Hörnum (AWGH), zweimal wurde er bereits wiedergewählt, ob er in drei Jahren, wenn Kommunalwahlen anstehen, erneut kandidieren wird, weiß er noch nicht. „Ich bin dann 72 Jahre alt“, gibt der immer etwas kantig auftretende Gemeindechef zu bedenken. Aber nicht nur sein Alter lässt den gelernten Bautechniker über das Bürgermeisteramt nachdenken, es ist ein tief sitzender Frust über die „Kämpfe mit der Opposition, den übergeordneten Behörden und natürlich der Presse“, die ihn fragen lassen, wozu er sich das gibt. Andererseits weiß er aber auch, „was ich geleistet hab'. Ich muss keinem mehr was beweisen“.

Die verhärteten Fronten zwischen Speth und der oppositionellen Hörnumer CDU belasten die Atmosphäre im Gemeinderat und führen immer wieder zu schwierigen Abstimmungsprozessen. Das zeigte sich auch bei der letzten Abstimmung zum B-Plan 22, der die Bebauung an der Rantumer Straße betrifft. Dort sollen Einfamilienhäuser und Wohnungen im Stil der bereits bestehenden Skandinavienhäuser entstehen. Insgesamt sind 28 Wohneinheiten geplant, die auf Erbpachtbasis an Dauerbewohner verkauft oder vermietet werden sollen.

Die Opposition im Hörnumer Gemeinderat hatte den entsprechenden Antrag dazu im März abgelehnt. Sie besitzt zwar nicht die Stimmenmehrheit im Rat, nutzte aber damals die krankheitsbedingte Abwesenheit eines Ratsmitgliedes der AWGH, um eine Pattsituation zu erreichen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung nun war kein Ratsmitglied der CDU erschienen. Da die AWGH aber vollzählig war, konnte sie erneut über den Antrag abstimmen. Er wurde einstimmig angenommen. Damit wurde der Startschuss für den B-Plan 22 gegeben. Bereits im kommenden Jahr sollen die Häuser dort bezugsfertig sein. Rolf Speth sieht nicht zuletzt in dieser Baumaßnahme eine der vielen positiven Entwicklungen, die Hörnum in den vergangenen zehn Jahren genommen hat.

Es waren harte Zeiten, als Speth das Bürgermeisteramt im „Ruinendorf“ übernahm und sich gleich Ehr-verletzenden Angriffen ausgesetzt sah. „Man schickte mir ein T-Shirt mit der Aufschrift ‚Für den dümmsten und frechsten Bürgermeister, den Hörnum je hatte’. Anonym natürlich. Aber so etwas muss man aushalten“. Es galt noch ganz andere Herausforderungen zu bestehen. Die Gemeindekasse war leer, der Haushalt nicht ausgleichbar, das vielversprechende Projekt „Blauer Vogel“ als Luftnummer entlarvt. „Was mach' ich hier eigentlich?“ War Speths fast tägliche Frage, wenn er sich mal wieder so fühlte, als gäbe es nur „rostige Nägel grade zu klopfen“. Der Wandel, ja, der Aufschwung für Hörnum kam mit den beiden großen Hotelprojekten Hapimag und Budersand, mit dem Golfplatz und dem Bau von Personalhäusern. Der Ort hat sich rasant gewandelt. Dennoch bleibt viel zu tun, sind die Fragen, was den Verkauf des maroden Hörnumer Hafens und die nach den zukünftigen Plänen mit der alten Grundschule noch unbeantwortet. Genug Stoff, um sich zu ärgern – aber auch, um Weichen für die weitere Entwicklung des südlichen Inseldorfs zu stellen. 

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