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Hörnumer Kurdirektorin: Gütetermin gescheitert

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Kündigung der Betriebsleiterin des Tourismusservices Hörnum findet ein Nachspiel vor dem Husumer Arbeitsgericht

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2017 | 05:08 Uhr

Finja Fröhlich, ehemalige Tourismusdirektorin in Hörnum, will auf ihren Arbeitsplatz zurück. Nach der Verkündigung durch Richter Christian Hill, dass der Gütetermin gestern Nachmittag im Husumer Arbeitsgericht gescheitert sei, gab sie sich optimistisch: „Die Zeit spricht für mich!“ Als nächste Instanz wird das Kammergericht nach den Sommerferien ein Urteil fällen.

Wie berichtet, hatte die Gemeindevertretung Hörnum das Arbeitsverhältnis Anfang des Jahres auf Drängen des Bürgermeisters Rolf Speth beendet, der Finja Fröhlich ohne vorhergehendes Personalgespräch gekündigt hatte.

Die Parteien streiten um die Wirksamkeit einer verhaltensgerechten Kündigung. Finja Fröhlich sieht die Kündigung als unwirksam an, da sie keine leitende Angestellte gewesen sei.

Dem Spruch vorausgegangen war ein Vortrag des Richters, der noch einmal die Beweggründe der Streitparteien darlegte. Acht Insulaner verfolgten das Prozessgeschehen im Saal. Ob nun Finja Fröhlich illoyal war oder angebliche Machenschaften des Bürgermeisters aufgedeckt hat, spielte keine Rolle. Bei den Ausführungen ging es im Wesentlichen um die Position der Kurdirektorin und deren Aufgaben bzw. Rolle.

Während Finja Fröhlich sich laut ihres Anwalts nicht als leitende Angestellte bezeichnete – sie habe Saisonkräfte nur in Abstimmung mit der Gemeinde einstellen dürfen – argumentierte der Rechtsanwalt der Amtsverwaltung Sylt genau entgegengesetzt. Schon aus der Satzung sei eine Position als leitende Angestellte erkennbar. Ihre Aufgaben und die Vertretung der Gemeinde nach außen bewiesen ihren leitenden Posten. Daher sei eine Abmahnung nicht nötig gewesen, eine weitere Zusammenarbeit unmöglich, da das Verhältnis zwischen Bürgermeister und Tourismusdirektorin zerrüttet sei. Die verhaltensgerechte Kündigung erfolgte zum 1. Februar, das Arbeitsverhältnis endete am 31. März.

Die Frage des Richters, ob eine Verständigung denkbar sei, wurde von Finja Fröhlich verneint. Damit wurde die Möglichkeit einer Auflösung des Vertrages bzw. die Zahlung einer Abfindung beerdigt. Die Gemeinde muss nun bis zum 25. Mai die Kündigungsgründe darlegen, darauf kann Finja Fröhlichs Anwalt bis zum 30. Mai reagieren. Richter Hill kündigte an, dass sich das Kammergericht nach den Sommerferien dem Fortgang des Prozesses annehmen werde. „Es war leider keine Aussicht auf Einigung erkennbar!“

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