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Folgen des Orkans auf Sylt : Hörnumer fordern Sofortmaßnahmen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Orkantief Xaver hat der Hörnum Odde heftig zugesetzt. Jetzt befürchten Bürgermeister Speth und Gemeindevertreter Liebing, dass die Ortslage nicht mehr sicher ist

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Seit Orkantief Xaver über die Insel gezogen ist, sind drei Tage vergangen. In der Zwischenzeit hatten die Hörnumer ausreichend Zeit, sich ein Bild vom Zustand der Odde zu machen. „Das sieht richtig schlimm aus“, meint ein Paar, das gerade von einem Spaziergang an der Odde zurückkehrt. An fünf Stellen ist das Wasser in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in die Dünentäler eingebrochen. Am markantesten ist die Bucht, die sich südlich des Tetrapoden-Längswerks gebildet hat. Hier sind die auf einer Strecke von rund 200 Metern über vier Meter hohen Randdünen komplett weggebrochen. Auch nördlich und südlich der Düne, auf der früher das Unterfeuer stand, kann man direkt in die dahinter liegenden Dünentäler hineinschauen und die Aussichtsplattform ist herabgestürzt. „Da müssen innerhalb einer Nacht mindestens 70 000 Kubikmeter Sand verloren gegangen sein“, schätzt der Rantumer Naturschützer Jochen Neumann. Entsetzt betrachten viele Spaziergänger die am Strand liegende Plattform, machen Fotos und diskutieren die Zukunft der Odde.

„Gestern hat mich die Besitzerin eines der Häuser am Süderende angerufen und beschimpft“, erzählt Wilfried Liebing, Vorsitzender des Küstenausschusses der Gemeinde Hörnum. „Sie wollte wissen, warum die Gemeinde nichts tut. Dabei sind uns ja auch die Hände gebunden.“ Er befürchtet, dass bei der nächsten Sturmflut das Wasser über die von Dünen ungeschützten Flächen südlich des Längswerkes bis zu den Häusern am Süderende läuft. „Hätten wir einen Wasserstand von 3,50 Metern über Normalhöhe gehabt, wie ursprünglich angekündigt, wäre es schon jetzt so weit gekommen.“ Er fordert, dass das Land mit einer Sofortmaßnahme reagiert und die Ortslage mit einem Wall schützt – oder zumindest das Tetrapodenwerk bis zum ehemaligen Standort des Unterfeuers hin verlängert. „Denn alles, was hinter den Tetrapoden liegt, ist geschützt geblieben.“ Liebing erinnert dabei an ein Versprechen, das Dr. Johannes Oelerich vom Landesbetrieb für Küstenschutz bei der letzten Strandbegehung im August gegeben hat: „Er sagte, das Land werde bei Gefahr sofort mit Sofortmaßnahmen reagieren.“

Auch Hörnums Bürgermeister Rolf Speth hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. „Ich bin richtig stinkig, dass sich nichts tut.“ Die Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz hätten zwar versprochen, im März wieder über die Odde zu sprechen, „aber wir brauchen jetzt Hilfe, die Leute werden unruhig“.

Auch Oelerich ist der Meinung, dass an der Hörnumer Odde Handlungsbedarf besteht. „Wenn Hörnums Bürgermeister Sofortmaßnahmen fordert, werden wir uns in Kürze bei einem Termin vor Ort wiederfinden und gemeinsam nach einer Lösung suchen.“ Bereits jetzt könne damit begonnen werden, die Natur mit Hilfe von Buschwerk und Baumresten , die längs der Küste aufgebaut werden, darin zu unterstützen, neue Dünen aufzubauen. Seine Mitarbeiter sind derzeit damit beschäftigt, die Abbruchkanten einzumessen, um einen Überblick über die Dünenverluste zu bekommen. Momentan rechnet der Landesbetrieb für Küstenschutz damit, dass die Dünen an der Odde etwa um 20 Meter zurück gegangen sind.

Größer als an den Dünen sind vielerorts die Schäden an Strandtreppen und Promenaden. Während der Inselnorden glimpflich davongekommen ist, hat das Hochwasser zwischen Hörnum und Westerland fast jeden Strandübergang zerstört. Nach ersten Schätzung geht der Schaden in die Hunderttausende.

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