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Nach Orkan Xaver : Hörnum soll sicherer werden

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Johannes Oelerich vom Landesbetrieb für Küstenschutz verspricht eine Verlängerung des Längswerks an der Odde / Die Ortslage sei nicht gefährdet

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Im kommenden Jahr wird das Tetrapoden-Längswerk an der Hörnum Odde um 150 Meter nach Süden verlängert und dahinter wird Sand aufgespült. So lautete die Neuigkeit, die Dr. Johannes Oelerich, Direktor des Landesbetriebs für Küstenschutz (LKN), gestern bei einer Pressekonferenz im Hörnumer Gemeindehaus verkündete. Dadurch sollen die Häuser am Süderende bei einer erneuten Sturmflut geschützt werden. Die Hörnumer Kommunalpolitiker waren in Sorge, dass das Wasser über die nach Orkan „Xaver“ von den Dünen ungeschützten Flächen südlich des Längswerks bis in die Ortslage läuft (wir berichteten).

Orkan „Xaver “ hatte sich nach aktuellen Messungen 40 Meter weit in die Hörnumer Küste gegraben und damit die Dünenkette deutlich verschlankt. Die Angst vor einer unmittelbaren Gefahr konnte Oelerich aber nehmen: „Die Flächen von denen wir sprechen, liegen fünf Meter über Normalnull. Während des Orkans waren 3,26 Meter der Höchstwert, der erreicht wurde – und das war der vierthöchste Wasserstand seit 1981 und der höchste Seegang, den wir überhaupt jemals gemessen haben.“ Seiner Ansicht nach, ist die Ortslage deshalb in diesem Winter nicht gefährdet.

Derzeit sind Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz damit beschäftigt, Sandfangzäune von der Düne, auf der zuvor das Unterfeuer stand, nach Norden bis zum Anfang des Wanderwegs zu bauen. „Dadurch setzt sich der Sand bevorzugt an den Stellen ab, an denen er benötigt wird und die Dünen werden schneller wieder aufgebaut“, erklärt Oelerich. „Einer Sturmflut halten die Sandfangzäune aber natürlich nicht stand.“

Für einen besseren Schutz der Ortslage bei einer erneuten Sturmflut soll die geplante Verlängerung des Tetrapoden-Längswerks sorgen. Das Bauwerk hat sich bei „Xaver“ bewährt. „Trotz der außerordentlichen Belastung hat der Wellenbrecher seine volle Wirkung entfaltet. Der Sand, den wir aufgespült haben, ist liegen geblieben, es gab praktisch keine Dünenabbrüche und die Ortslage war geschützt.“ Eine Verlängerung des Längswerks wird dazu führen, dass sich die Erosion weiter nach Süden verschiebt und der Druck von der Ortslage genommen wird. „Den Verlust werden wir trotzdem haben. Die Südspitze ist nicht zu retten, damit müssen wir leben. Auch wenn das natürlich die Sylter und ihre Gäste schmerzt, wenn sie die Verluste sehen. Aber im Küstenschutz geht es uns immer in erster Linie darum, die bebaute Ortslage zu schützen“, fasste Oelerich zusammen.

Etwas Sand wird die Odde aber doch noch zurückbekommen. Denn der Sand, der sich während des Orkans in den Vorstrand verlagert hat, wird bei ruhigerer Wetterlage wieder an den Strand zurück wandern.

Bürgermeister Speth bedankte sich bei Oelerich für das Gespräch. „Sie sind immer präsent gewesen. Zwar sind wir immer ein bisschen unterschiedlicher Meinung, aber auch nicht allzu sehr. Die Gemeinde Hörnum wird die Vorschläge des LKN mittragen.“ Nach wie vor bedauert er allerdings, dass der Süden der Hörnum Odde nicht weiter geschützt werden kann. „Das ist wichtiges Kulturgut, aber inzwischen ist ja klar, dass das Land dort nichts tun wird.“

Manfred Uekermann vom Landschaftszweckverband (LZV) betonte,es sei ein wichtiges Zeichen vom LKN, dass 2014 etwas getan wird. „Man lässt uns nicht alleine.“ Er warnte aber auch davor, in Hörnum nur die Odde zu betrachten. „Wenn das Wasser am Hafen einen halben Meter höher gestanden hätte, wäre das Wasser dort in den Ort gelaufen.“

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