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Sylt : Hörnum Odde: Experten sprengen Fliegerbombe

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Im Wasser vor Hörnum wurde am Dienstagabend eine Fliegerbombe entdeckt. Der Kampfmittelräumdienst war vor Ort.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2017 | 13:36 Uhr

Hörnum | Mittwoch, 19. April, 13.36 Uhr – ein ohrenbetäubender Knall erschüttert nicht nur die Erde, sondern auch die mittägliche Ruhe im Süden der Insel. Wolken aus schwarzem und weißem Qualm steigen Dutzende Meter hoch in den Himmel, große Mengen Sand und viele kleine Metallteile fliegen durch die Luft. An der Hörnum-Odde musste gestern eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg kontrolliert gesprengt werden. Das hochexplosive, zirka 500 Kilogramm schwere Ungetüm war am Vortrag von Urlaubern gefunden worden. „Die Bombe lag unmittelbar an der Abbruchkante einer Düne und wurde im Laufe der Zeit durch die Gezeiten freigespült“, erklärte Torsten Biß von der Sylter Polizei. Acht Beamte waren gemeinsam mit Spezialisten des aus Kiel angeforderten Kampfmittelräumdienstes, 20 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Hörnum und Rantum sowie Kräften des Deutschen Roten Kreuzes im Großeinsatz. Zunächst galt es, die Fundstelle des Sprengkörpers kilometerweit großräumig abzusperren – denn bei strahlendem Sonnenschein waren zahlreiche Spaziergänger an der Odde unterwegs. „Außerdem mussten wir bis zur Ebbe am Mittag warten, vorher stand dort nämlich noch alles unter Wasser“, so Einsatzleiter Biß.

Bereits am Dienstag hatten Polizeibeamte die Bombe fotografiert und die Bilder nach Kiel geschickt, damit die Relevanz des Einsatzes abgeschätzt werden konnte. Zunächst wurde vermutet, dass die Bombe über Hörnum von alliierten Luftstreitkräften zum Ende des Zweiten Weltkriegs abgeworfen wurde, um die Flakstellungen zu zerstören, deren Überreste sich noch heute in den Dünen der Odde befinden. Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass es sich um eine Fliegerbombe deutscher Bauart handelt. „Warum sie gerade dort ausgeklinkt wurde, ist nach so langer Zeit schwer bis gar nicht mehr zu klären“, sagte Torsten Biß. „Das Besondere an dieser Bombe: Sie hat zwei, voneinander unabhängige  Zünder.“ Ein Entschärfen sei nach der Prüfung durch den Kampfmittelräumdienst nicht in Frage gekommen, deshalb habe man sich zu der kontrollierten Sprengung entschlossen. Nach der Detonation wäre es sehr wichtig gewesen, zunächst nachzuschauen, ob tatsächlich alles zerstört wurde und nicht etwa ein Zünder noch aktiv sei, so der Einsatzleiter. Deshalb konnte erst eine halbe Stunde später  Entwarnung und der Strand wieder freigegeben werden.

Dann jedoch strömten von allen Seiten zahlreiche Schaulustige zu dem eindrucksvoll großen Sprengkrater, um Erinnerungsfotos zu machen und umherliegende Metallteile als ganz besonderes „Souvenir“ ihres Sylt-Urlaubs einzusammeln.

Die Explosion an der Hörnumer Odde.

Die Explosion an der Hörnumer Odde.

Foto: Markus Weinert
 
Die Polizei sicherte die Odde ab.
Die Polizei sicherte die Odde ab. Foto: Asmussen
 
Der Krater nach der Sprengung.

Der Krater nach der Sprengung.

Foto: Pierre Boom

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