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Bauprojekte : Hörnum: Keine Wohnungen – nur Appartements

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In Hörnum-Nord sollen zwölf Golfhäuser entstehen. Der Bau von Wohnungen an der Rantumer Straße ist dagegen zunächst auf Eis gelegt.

Der Bau von zwölf Golfhäusern und der Abriss des Budersand-Hauses in Hörnum-Nord sind beschlossene Sache. Dem Projekt ist auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter in Sylts Süden mit sechs zu vier Stimmen zugestimmt worden.

Aber der Reihe nach: Seitdem die Diakonie Schleswig-Holstein vor etwa zwei Jahren den Betrieb des Jugendaufbauwerks einstellen musste, steht das Gebäude (großes Foto), das nun abgerissen werden soll, leer. „Familie Ebert, der das Hotel Budersand gehört und die sich auch in andere Hörnumer Bauprojekte als Investor eingebracht hat, hat sich 2013 um den Erwerb des Gebäudes bemüht, um es für Personal- und Dauerwohnraum zu nutzen“, erklärt Projektentwickler Bernd Diehle. „Diese Nutzungsmöglichkeit wurde von der Landesplanung allerdings abgelehnt.“ Die Gemeinde habe daraufhin eine Planergruppe mit der Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes beauftragt, nachdem der gesamte Ortsteil unter anderem als attraktiver Wohnort mit Dauerwohnungen ausgebaut werden soll.

Laut Diehle wurde von Familie Ebert die Idee entwickelt, als Initialzündung für das gesamte Projekt das leerstehende Gebäude abzureißen. Die im Besitz von Claudia Ebert befindliche Pidder Lüng GmbH hat inzwischen das Gebäude von der Diakonie Schleswig-Holstein erworben und plant, neben dem Abriss unmittelbar am Rand des Golfplatzes eine Ferienanlage mit zwölf Häusern zu bauen.

„Durch die neuen Golfhäuser wird der Golfplatz zusätzlich aufgewertet“, freut sich Hörnums Bürgermeister Rolf Speth, „außerdem hat Familie Ebert für unseren Ort so viel getan – wäre sie nicht gekommen, wären wir das Ruinendorf der Insel.“ Daher sei es für die Gemeinde selbstverständlich, den geplanten Ferienappartements zuzustimmen. Die Opposition in Hörnum sieht dem Projekt allerdings eher skeptisch entgegen: „Generell haben wir nichts gegen die Golfhäuser“, betont Ingo Dehn, Vorsitzender der Hörnumer CDU, „allerdings hätte man das gesamte Konzept Hörnum-Nord in die Hand nehmen sollen, nicht nur eine Splittersiedlung. Daher erscheint uns das ganze Projekt eher wie eine Gefälligkeit für das Budersand.“ Doch gegen die Stimmen der CDU wurde der Golfhaus-Plan auf der Gemeindevertreter-Sitzung durchgesetzt.

 


Wohnungsbau abgelehnt


„Antrag abgelehnt“ hieß es dagegen für ein anderes Projekt der Allgemeinen Wählergemeinschaft Hörnum (AWGH). Denn auch die CDU konnte auf der Sitzung einen kleinen Erfolg für sich verbuchen: Mit vier Pro- und vier Gegenstimmen konnte der Beschluss über den B-Plan 22, der die freie Fläche an der Rantumer Straße vom Hapimag-Parkplatz bis zum Berliner Ring betrifft, zunächst abgeschmettert werden.

Die Gemeinde Hörnum plant dort den Bau von 28 Wohnungen. Die Gemeindevertreter hatten in einer ihrer vergangenen Sitzungen der Vorlage zugestimmt - mit den Gegenstimmen der CDU. Es soll ein Mix aus 14 Mietwohnungen und 14 Wohnungen auf Erbbaurecht entstehen, der Investor ist auch die Pidder Lüng GmbH von Familie Ebert.

Aus Befangenheits- und Krankheitsgründen hatte die AWGH bei der jüngsten Sitzung ihre Mehrheit verloren und musste sich bei einer Patt-Situation der CDU geschlagen geben. „Das wirft uns nicht aus der Bahn“, betont Speth, „der erkrankte Gemeindevertreter befindet sich auf dem Weg der Besserung und wenn er wieder an den Sitzungen teilnehmen kann, muss der Beschluss noch mal gefasst werden.“

Die Opposition um Ingo Dehn ärgert sich vor allem über das fehlende Einhalten von Formalitäten: Der Erbbaurechtsvertrag ist laut Dehn nicht insular abgestimmt worden, „erst wenn der Vertrag vorliegt, sollte auch Baurecht geschaffen werden.“

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erstellt am 01.Apr.2015 | 05:39 Uhr

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