Neujahrsempfang auf Sylt : Hörnum feiert „rosige Zeiten“

Besuch aus dem Norden: Bürgermeister Speth freute sich über die Anwesenheit von Wolfgang Strenger, Bürgermeister der Gemeinde List und Eberhard Eberle, Vorsitzender der SPD Sylt.
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Besuch aus dem Norden: Bürgermeister Speth freute sich über die Anwesenheit von Wolfgang Strenger, Bürgermeister der Gemeinde List und Eberhard Eberle, Vorsitzender der SPD Sylt.

Auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde blickt Bürgemeister Rolf Speth zurück aufs vergangene Jahr - und wagt einen Blick ins kommende.

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07. Januar 2015, 05:41 Uhr

Die Stimmung war ausgelassen beim diesjährigen Neujahrsempfang in Hörnum: Schon weit vor Beginn der Veranstaltung waren die Menschen ins Hapimag Resort in der Rantumer Straße geströmt und klönten bei dem ein oder anderen Glas Sekt oder Bier mit ihren Nachbarn und Freunden. Das Restaurant Biike und der angrenzende Veranstaltungssaal in dem Resort waren gut gefüllt, Sitzplätze kaum mehr zu ergattern.

Das Interesse der Bürger an ihrem Ort im Inselsüden scheint gewachsen zu sein, denn während im vergangenen Jahr etwa 180 Gäste zu der Veranstaltung kamen, waren es in diesem Jahr wesentlich mehr: „In Hamburg sind beim Neujahrsempfang 600 Gäste ins Rathaus gekommen“, sagte Bürgermeister Rolf Speth und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ich finde in Anbetracht unserer Einwohnerzahl machen wir uns ganz gut.“ Unter den Gästen zeigte sich auch das ein oder andere bekannte Gesicht, wie Wolfgang Strenger, Bürgermeister der Gemeinde List oder Carsten Kerkamm und Eberhard Eberle aus der Gemeinde Sylt, über deren Besuch sich Speth auch in seiner Rede bedankte.

Zu Beginn seiner Ansprache schlug der Bürgermeister nachdenkliche Töne an und kam direkt auf die personelle Situation des Tourismusservice Hörnum zu sprechen, dem seit vielen Monaten ein Kurdirektor fehlt: „Ich hoffe, dass wir mit den zirka 35 Bewerbungen, die der Gemeinde vorliegen, endlich mal ein glückliches Händchen beweisen und wir mit dem neuen Kurdirektor jemanden bekommen, der etwas länger bei uns bleibt.“ In den letzten zwölf Jahren wurden in Hörnum vier Betriebsleiter „verschlissen“ und das sei für eine Gemeinde zu viel. „Ich frage mich auch, ob es damals richtig war, die langjährige Kurdirektorin entlassen zu haben“, fügte er selbstkritisch hinzu. Er bedankte sich vor allem bei den Mitarbeitern des Tourismusservice: „Es ist klar, dass eine Lücke da ist, aber die Mitarbeiter konnten diese Lücke schließen. Dafür meinen herzlichen Dank.“

Mit Blick auf den entstehenden Dauerwohnraum ging es deutlich freudiger weiter: „Wir sind die erste Gemeinde auf der Insel, die die Finanzmittel des Landes Schleswig-Holstein in Anspruch genommen hat, um neue Wohnungen zu bauen“, sagte der Bürgermeister. Er rechne mit einem Bezug zum 1. Mai. In dem Haus, das zur Zeit am Bolzplatz in der Strandstraße gebaut wird, werden insgesamt neun Wohnungen entstehen, die zwischen 5,50 Euro und achte Euro pro Quadratmeter kosten werden. „Das ist der erste Schritt für die Bildung von Dauerwohnraum in Hörnum“, versichert Speth. Der Schritt sei längst notwendig gewesen, denn die letzten Dauerwohnungen in der Gemeinde seien 1975 in der Budersandstraße entstanden. Seitdem habe sich praktisch nichts getan.

Dauerwohnraum zu schaffen sei auch künftig ein wichtiger Punkt auf der Agenda: „Ich denke, es wird auch die weitere Herausforderung für die naheliegende Zukunft bleiben, aber wir sind momentan dabei die Bebauung für den Bereich zwischen Steintal und Hauptstraße zu ermöglichen, wo voraussichtlich 20 bis 25 Wohneinheiten entstehen werden.“

Vom Wohnraum zum Dauerthema Hafen, bei dem es nach wie vor keinen Fortschritt gibt: „Wir sind seit über vier Jahren dabei, den Hörnumer Hafen zu verkaufen. Aber manchmal habe ich das Gefühl, als wenn der Bund einfach nicht weiß, was er will: Ursprünglich hat er gesagt, er wollte Teile des Hafens verkaufen und den Rest behalten, dann wollte er alles verkaufen und jetzt will er wieder einen Teil behalten.“ Für Speth würden Wasserschiffahrtsamt, Wasserschiffahrtsverwaltung und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nicht zusammenarbeiten, so dass sich alles verzögere. Dennoch, so versicherte er, bleibe er an dem Thema dran.

Schließlich ging Speth noch auf den aktuellen Schuldenstand der Gemeinde Hörnum ein, der zuletzt in der Sylter Rundschau durch die CDU-Hörnum aufgegriffen wurde. Speth versicherte, dass der Schuldenstand der Gemeinde keineswegs 3,7 Millionen Euro betrage, wie die CDU es dem Bürgermeister vorwirft. Er erklärte, dass die Gemeinde auch finanziell in eine rosige Zukunft blicke und munterte zum Ende seiner Rede alle Anwesenden auf, keine Hemmungen zu haben und bei Getränken und dem Buffet – auf Kosten des Tourismusservice –ordentlich zuzulangen. Dieser Einladung folgten alle gern.

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