zur Navigation springen

Sylt im Gegenlicht : Hinter den Kulissen der Syltfähre

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Foto-Reportage von Tom Tautz zeigt in dieser Folge die Syltfähre von einer ungewöhnlichen Seite.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2015 | 00:00 Uhr

Das Ziel war hoch gesteckt: Eine Fotoreportage über Sylt wollte Tom Tautz machen. Aber eine, bei der alle für die Insel typischen Motive ausgeblendet werden. Typische Motive? „Na, gemeint wären da zum Beispiel spektakulär leuchtende Sonnenuntergänge, romantisch anmutende Dünenlandschaften, perfekt inszenierte Wahrzeichen oder prominente Personen im Blitzlicht“, erklärt er und nahm sich stattdessen die verborgenen Ecken der Insel vor. Ein Projekt, das unsere Zeitung unterstützt und begleitet. Bis Mitte August präsentiert die Sylter Rundschau exklusiv die Fotografien dieser Aktion mit kurzen Texten von Tom Tautz zu dem jeweiligen Ort.

Wie eine rote Schnur sieht sie aus – die dünne Linie auf der Anzeigentafel ganz oben auf der Brücke der „Syltexpress“. Sie beschreibt die Route zwischen List und Havneby auf der dänischen Insel Rømø und folgt dabei einem naturgegebenen Priel im Wattenmeer, der der Fähre bis zu neun Mal täglich als Fahrrinne dient.

Rein theoretisch hätte es damit in den 51 Jahren – seit der Eröffnung des Fährbetriebs 1963 bis heute – über 160  000 Fahrten geben müssen (Feier- und Schietwetter-Tage einmal ausgenommen). „Demnach müsste die Strecke aber ziemlich ‚durchgetreten’ sein“, zwinkere ich Kapitän Öhm zu. „Bis zu 14 Meter ist die Fahrrinne tief – daran hat sich im Laufe der Jahre kaum etwas geändert“, erklärt er abwesend und bugsiert die 88 Meter lange und 16 Meter breite Fähre seelenruhig in den schmalen Lister Anleger. Reinste Millimeterarbeit.

Während der knapp 40-Minütigen Fahrt herrscht in den öffentlich zugänglichen Bereichen der Fähre bunter Betrieb. Etwa im Bordrestaurant, in dem man ganz bequem – und sensationell gut – frühstückt, im „Travel Value Shop“ oder auf den vier Freidecks, auf denen man sich von einer langen Autofahrt entspannt und die Seeluft um die Nase wehen lässt.
Der Betrieb hinter den Kulissen – sprich, hinter den Türen, die sich nur durch die Eingabe eines korrekten Zahlencodes öffnen lassen, gestaltet sich zwar etwas weniger bunt, aber deswegen nicht gleich weniger rege: Sei es die Navigationsarbeit auf der Brücke, der Kontrollgang zu den vier bis zu 4  000 Kilowatt erzeugenden Dieselmaschinen unter Deck oder das Wenden von Pfannen und Umrühren in Töpfen in der Kombüse. Die bis zu 20 Mann/Frau starke Crew der Syltexpress weiß sich an Orten zu beschäftigen, die dem Fahrgast verborgen bleiben. Orten, unweit eines großartigen Nordseepanoramas, unweit salziger Luft und unweit der Vorfreude auf einen wunderbaren Syltaufenthalt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen