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Diskussion um Umbau : Hin und her in Sachen Sylter Welle

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Politik rudert zurück in Sachen Umbau Sylter Welle. Ob das ganze Projekt auf der Kippe steht, werden noch anstehende Gespräche zeigen.

Wird es in der Sylter Welle ein zusätzliches Sportbecken geben? Die Frage war eigentlich längst geklärt – per Grundsatzentscheidung der Politiker der Gemeinde Sylt. Eigentlich. Dennjetzt könnte diese Entscheidung rückgängig gemacht oder zumindest abgeändert werden: Neben einem Sportbecken hatte sich die Gemeindevertretung auch für Süßwasser und Hubboden entschieden (wir berichteten) – ob sie beides noch wollen, daran zweifeln immer mehr Sylter Kommunalpolitiker. Knapp viereinhalb Millionen Euro würde das Gesamtpaket kosten

„Wir sehen die Notwendigkeit für einen Hubboden nicht“, erklärt beispielsweise Wolfgang Jensen (CDU). Die Gemeindevertretung habe zwar generell einen Beschluss gefasst, im nächsten Finanzausschuss Anfang Juni müsse aber über die Auswirkungen auf den Haushalt gesprochen werden. Und die Gemeinde-Kasse ist bekanntlich nicht gerade gut gefüllt.

„Wenn es sinnvoll ist, Kosten zu sparen, müssen wir das unbedingt tun“, sagt Erik Kennel (SWG). Er plädiere auch dafür, die Süßwasser-Variante zu streichen. Auf die Frage hin, warum erst eine Entscheidung getroffen wird und sie dann nur wenige Wochen später gekippt werden soll, entgegnet er: „Wenn sich eine Entscheidung als fehlerhaft herausgestellt hat, muss man bereit sein, diese zu korrigieren.“ Ob die eigentlich schon verworfene Lister Schwimmhalle jetzt wieder eine Option sei, könne er nicht sagen.

Die SPD habe Kontakt zu den Lister Fraktionen beziehungsweise zum Bürgermeister aufgenommen. Aber eine konkrete Aussage in Sachen Schwimmbad könne im Moment nicht gemacht werden, so Gerd Nielsen. Lists Bürgermeister Wolfgang Strenger begrüßt die Überlegungen, die in der Großgemeinde angestellt werden. „So können wir unsere Schwimmhalle wieder ins Gespräch bringen.“ Hinsichtlich der Vorbehalte gegenüber den Eigentümern könne er sagen, dass es erste Signale gebe: „Ich gehe davon aus, dass wir jetzt nach dem Gerichtsurteil günstige Bedingungen aushandeln können.“

Klaus Jensen (SSW) sieht vor allem den Konflikt zwischen Tourismus und Vereinen vorprogrammiert, wenn die Sylter Welle umgebaut wird. „Wir waren von Anfang an dagegen und würden uns sehr freuen, wenn die Vernunft siegt.“

Diesen Nutzungs-Konflikt sehen die Grünen zwar nicht, aber über den Hubboden müsse nochmal gesprochen werden, findet Maria Andresen – möglicherweise schon im nächsten Hauptausschuss am kommenden Dienstag. Pirat Christian Thiessen zeigte sich ebenfalls offen für Gespräche. Er hatte ohnehin gegen den Hubboden gestimmt. Katinka Gosselaar (Insel Liste Zukunft Sylt) ist für eine Bürgerbefragung zu diesem Thema. Aus ihrer Sicht übersteigt so eine Entscheidung „unsere Kompetenzen“.

Und was sagt Peter Douven, Chef des Insel Sylt Tourismus Service zu der möglichen Rolle rückwärts der Politik? „Ich gehe von einer soliden Beschlussfassung aus.“ Nach wie vor sei geplant, im September mit dem Umbau zu beginnen. Sollte jetzt ein Stopp von der Politik kommen, seien die kompletten Planungskosten zu leisten, da man bereits kurz vor der Ausschreibung stehe. Wäre es überhaupt noch möglich, den Umbau abzusagen? „Man kann alles machen, wenn man sich’s leisten kann“ – so die pragmatische Antwort des Tourismusdirektors.

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erstellt am 24.Mai.2014 | 05:36 Uhr

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