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Musik auf Sylt : „Hilfe Mama, was machen die denn da?“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das Duo Fjarill veranstaltete einen Songwriting-Workshop im Friesensaal in Keitum

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 05:35 Uhr

In knallbunten, mexikanischen Kleidern empfingen Hanmari Spiegel und Aino Löwenmark, zusammen das Duo „Fjarill“, am vergangenen Sonntag die Teilnehmer ihres Songwriting-Workshops im Friesensaal in Keitum.

Die Schwedin und die Südafrikanerin machen seit mehr als zehn Jahren gemeinsam Musik und möchten ihre Fähigkeit, Musik zu komponieren, auch mit anderen Menschen teilen. So auch in Keitum mit den Sylter Teilnehmern. Die Idee für einen Workshop kam ihnen, weil sie auf Konzerten und Festivals immer wieder gefragt wurden, wie ihre Musik entsteht.

Zum Kennenlernen stellten sich die einzelnen Teilnehmer des Workshops zunächst vor. Die Gruppe bestand aus sieben Frauen, einem Mann und einem Kind, einige davon bereits mit Chor- oder Band-Erfahrung. Um warm zu werden, stellten Löwenmark und Spiegel verschiedene Gesangsübungen vor. Damit sie ihre eigene Stimme finden konnten, sollten die Teilnehmer quer durch den Raum laufen und verschiedene Töne vor sich her singen. Dadurch hatten sie die Möglichkeit, die Akustik des Raums und die eigenen Grenzen des Körpers zu erfahren. Um schließlich jegliche Hemmungen abzulegen ging es in einer Übung darum, möglichst schräg zu singen. „Es muss gar nicht immer alles schön und harmonisch klingen. Es kann sehr befreiend sein, das Häßliche zuzulassen“, erklärt Löwenmark. Dies irritierte den jüngsten Teilnehmer Timo so sehr, dass er seine Mutter fragte:„Hilfe Mama, was machen die denn da?“

Nach einer kurzen Pause näherten sich die Übungen dem Entwickeln eigener Melodien. Hanmari Spiegel spielte eine bereits vorgefertigte Akkord-Abfolge auf dem Klavier, der zunächst nur zugehört werden sollte. Danach schilderten alle Anwesenden ihre Eindrücke, die ihnen spontan eingefallen sind. In einem nächsten Schritt sollte eine eigene Melodie gefunden werden. Dafür spielte Hanmari Spiegel die Akkord-Abfolge solange in Dauerschleife, bis jeder der umher laufenden und singenden Teilnehmer eine eigene Melodie entwickelt hatten. Anschließend wurden Gruppen gebildet und aus den verschiedenen einzelnen Melodien eine gemeinsame erarbeitet. Nach der gleichen Vorgehensweise wurden die anderen Liedbausteine, der „Refrain“ und die „Bridge“ entwickelt. Zum Prozess des Texte Schreibens gab Löwenmark einige Tipps, betonte aber, dass jeder Teilnehmer seinen eigenen Stil erst finden muss. „Wir können natürlich nur unsere Art Lieder zu schreiben weitergeben. Es gibt ein paar generelle Hinweise, die man geben kann, aber ansonsten ist das eine sehr individuelle Herangehensweise“, erklärt Löwenmark. In die Textarbeit flossen die spontanen Eindrücke ein, die beim ersten Hören gesammelt wurden. Gemeinsam wurden Ideen zusammen getragen und solange besprochen, bis die Mehrheit mit dem Ergebnis zufrieden war. Die Strophe und die Bridge wurden wieder in den kleinen Anfangsgruppen entwickelt. Am Ende des Workshops nahm jede Gruppe ihr eigenes Lied auf, begleitet von Hanmari Spiegel am Klavier, um eine Erinnerung mitzunehmen. Die Teilnehmer waren durchweg begeistert.

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