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Diabetes : Hilfe für zuckerkranke Jugendliche

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

25ooo Kinder und Jugendliche sind in Deutschland an Diabetes erkrankt: Die Fachklinik Sylt stell ein neues Konzept für sie vor.

von
erstellt am 28.Aug.2013 | 18:59 Uhr

Rund 300 000 Menschen leiden in Deutschland an der Zuckerkrankheit, dem Diabetes mellitus Typ 1. Davon sind 25 000 Kinder und Jugendliche betroffen, mit steigender Tendenz, weiß Dr. Rainer Stachow, ärztlicher Leiter und Diabetologe der Fachklinik Sylt. Besonders Jugendliche hätten ihre Erkrankung „so richtig satt und kümmern sich nicht richtig darum“. So würden oft die notwendigen Blutzuckerkontrollen und Insulininjektionen vernachlässigt, erläutert Sallie Kreikemeyer, eine der drei Diabetesberaterinnen der Spezialklinik. Hält dieser Zustand längere Zeit an, so drohen gravierende Folgeschäden an Augen, Nieren, Herz-Kreislauf- und Nervensystem. Deshalb ist an der Sylter Klinik ein Spezialprogramm zur Motivation erkrankter Jugendlicher entwickelt und erfolgreich erprobt worden.

24 Fachleute aus Schleswig-Holstein und Hamburg kamen diese Woche nach Sylt und bekamen das innovative Motivationskonzept vorgestellt: Zunächst sollen die Jugendlichen ihre Wut und Frustration über die Erkrankung herauslassen.

„Das befreit und öffnet Herz und Seele, sich mit den Behandlungsoptionen neu auseinander zu setzen,“ erklärt Sibylle Scheewe, Oberärztin an der Klinik. Danach schreiben die Betroffenen einen Brief „an ihre eigene Zuckerkrankheit“, in dem die Frage „Warum ich?“ oft im Vordergrund steht. „Es ist gut, wenn dies endlich formuliert wird“, kommentiert Jonas Böder, einer der Psychologen des Teams. Im Anschluss „suchen und finden“ die Jugendlichen Antworten auf ihre Fragen, indem sie selbst in die „Rolle des Diabetes“ schlüpfen. Damit seien dann die Grundlagen gelegt, sich motiviert mit der notwendigen Therapie zu beschäftigen. Dabei würden vor allem die Hemmnisse, die einer guten Selbstbehandlung noch im Wege stehen, diskutiert und möglichst aufgelöst. „Das neue Programm wird von den Jugendlichen sehr gut akzeptiert, und die meisten gehen mit neuer Motivation und einem klaren Blick in die Zukunft wieder nach Hause“, schließt Dr. Stachow die Veranstaltung. Die Teilnehmer wünschten sich, mehr Jugendliche zur Rehabilitation in die Sylter Klinik schicken zu können, und erfragten die Möglichkeiten: Eltern betroffener Jugendlicher, auch mit anderen chronischen Erkrankungen, können einen Rehaantrag bei ihrem Rentenversicherungsträger (www.deutsche-rentenversicherung.de Suchwort: „Kinderrehabilitation“) oder bei ihrer Krankenkasse stellen.

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