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Sylter Rundschau

18. November 2017 | 17:05 Uhr

Strandgut : Hilfe bleibt immer möglich

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Eine Kolumne von Sylter Rundschau-Chefredakteur Michael Stitz

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2017 | 05:49 Uhr

Leider hat Elke Wenning wohl recht, wenn sie sagt, dass die Sylter die Aids-Gala als Top-Event gefeiert haben, aber die Arbeit der Aids-Hilfe kaum einer wahr genommen hat. Jetzt verschwindet beides von der Insel. Ein Trauerspiel! Schwindet der Glamour, erlöscht auch der Blick auf diese grausame Krankheit. Das ist kein Sylter Phänomen, sondern ein allgemeiner Trend.

Sich in Vereinen oder ehrenamtlich zu engagieren, ist nicht en vogue. Oder scheint es nur so? Ist der allerorten beklagte Rückgang von Menschen, die sich in Vereinen, Kirchen oder politischen Organisationen einbringen wollen, nur die eine Seite? Gibt es dagegen viel mehr spontane Hilfe, persönliches Engagement in den Momenten, wenn es notwendig ist?

Die Art und Weise, wie sich Jung und Alt während des in jeder Hinsicht überwältigenden Flüchtlingsstroms in unserem Land der gestrandeten Menschen annahmen, war ein Beispiel für diese spontane und oft großartige Hilfe. Bürgerinitiativen, Wählergemeinschaften, aber auch manche Facebook-Gruppe wie die Sylter GGS sind neue Formen von Gemeinschaften. Geboren aus dem Moment, in dem ein Thema oder Interesse formuliert wird und nach Gleichgesinnten sucht. Smartphone & Co machen vieles schneller, leichter und manchmal auch effektiver möglich als Vereinsstrukturen und Parteiapparate. Und doch würden sie uns fehlen, wenn wir sie nicht mehr hätten – die Vereine, Kirchen, Parteien mit ihren klaren Regeln, Verpflichtungen und Zuverlässigkeiten.

Was heißt das nun für die Aids-Hilfe Sylt? Nichts Gutes. Aber vielleicht finden sich ja spontan Menschen, die ohne Verein etwas für die Aids-Hilfe tun wollen. Vielleicht sogar eine Aids-Gala organisieren, damit mindesten einmal im Jahr der Blick auf diese heimtückische Krankheit gelenkt wird und Spenden gesammelt werden können.

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