zur Navigation springen

Bauprojekt : Henner-Krogh-Haus unter der Lupe

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Ortsbeirat Westerland besichtigte das Henner-Krogh-Haus.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2016 | 05:52 Uhr

Seit mittlerweile vier Jahren ist es ein vieldiskutiertes Thema auf den Tagesordnungen der Sylter Politiker. Nun könnte endlich Bewegung in die Grundstücksangelegenheit Henner-Krogh-Haus kommen: In seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch nickte der Ortsbeirat Westerland das Projekt zur Sanierung des gemeindeeigenen Gebäudes in der Mitte der Friedrichstraße sowie den Abriss und Neubau des benachbarten Fischrestaurants von Gosch wohlwollend ab. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, die endgültige Entscheidung müssen die Sylter Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag fällen.

„Grundsätzlich war das ein positiver Abend“, sagte Uwe Tiedjen, Kuratoriumsvorsitzender der Henner-Krogh-Stiftung, gegenüber der Sylter Rundschau. „Jetzt warte ich gespannt auf die Entscheidung der Gemeindevertreter“. Tiedjen glaubt, dass das Thema am Donnerstagabend noch einmal hochkochen könnte. „Ich weiß, dass es immer noch Leute gibt, die gegen das Bauvorhaben eine Abneigung haben“, so Tiedjen, „aber es gibt einfach keine Alternative an dieser Ecke und ich wäre wirklich froh, wenn wir nächstes Wochenende endlich die Detailverträge machen könnten.“

Die Henner-Krogh-Stiftung finanziert sich zum Großteil aus der Pacht für das Haus in der Westerländer Fußgängerzone, die Einnahmen betragen etwa 60000 Euro jährlich. Allerdings hat der Kreis die Nutzung des Obergeschosses des Gebäudes in den letzen Jahren aus baulichen Gründen untersagt, wodurch Geld in der Stiftungskasse fehlt, das unter anderem auch an Vereine, Schulen und Chöre geht.

Pächter des gesamten Henner-Krogh-Hauses ist das Unternehmen Gosch, das im Erdgeschoss seine Kneipe betreibt. Außerdem wird ein Ladenlokal von Voss für den Zeitungs- und Tabakwarenverkauf genutzt. Gosch bemüht sich seit März 2013 um die Genehmigung eines Abrisses und für einen Neubau des benachbarten Restaurants an der Ecke zur Boysenstraße. Wie der künftige Neubau von Gosch aussehen soll, ist noch nicht bekannt. Zwar zeigte Martin Seemann in einer Präsentation bei der Ortsbeiratssitzung eine Variante, die das Architekturbüro Schlums & Franzen im August 2014 entworfen hatte, ob das Gebäude allerdings wirklich so aussehen wird, konnte auf Nachfrage der Sylter Rundschau Hans-Jürgen Franzen nicht bestätigen. „Es ist eine mögliche Variante, hinter der wir auch voll und ganz stehen“, sagte er, „schlussendlich müssen aber die Bauherrschaften entscheiden, wie das Gebäude aussehen soll“.

Das vieldiskutierte Bauvorhaben beschäftigt die Gemeindepolitiker seit mittlerweile vier Jahren. Wenn sich die Gemeindevertreter erneut gegen die Baumaßnahme entscheiden, könnte eine Verzögerung negative Folgen haben, befürchtet Tiedjen. Zum einen führe dies dazu, dass die Henner-Krogh-Stiftung weiter weniger Geld als möglich durch die Verpachtung ihres Gebäudes erhalte, zum anderen müssten Insulaner und Urlauber noch länger „diesen Schandfleck mitten in Westerland“ ertragen. Vor allem jedoch bestehe das Risiko, dass Gosch die Geduld verliere und mit dem Projekt nicht bei der Stange bleibe, da der Vertrag mit dem Unternehmen im Jahr 2018 auslaufe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen