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Geplantes Edel-Bordell auf Sylt : „Hells Angels“-Kontakte sind „in unserer Branche ganz normal“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach Vorwürfen zu Rocker-Verbindungen äußert sich der Sprecher von Bordell-Betreiber Jürgen Rudloff – und kritisiert Politik und Verwaltung der Gemeinde Sylt.

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erstellt am 15.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Westerland | Michael Beretin ist geladen: Die Berichterstattung über den Stuttgarter Großbordell-Besitzer Jürgen Rudloff, dessen Verbindungen zu den Rockern der „Hells Angels“ und die Kritik von Bürgermeisterin Petra Reiber am geplanten Nobel-Bordell passen dessen Marketingleiter Beretin ganz und gar nicht. Darum schießt er zurück: Gegen Sylt, mit seiner „arrogantesten, borniertesten Gesellschaft überhaupt“, die offenbar ohnehin nicht verstanden habe, was Rudloff im Gentlemen’s Club in der Strandstraße vor hat. Um es vorweg zu nehmen: „Knallharte Prostitution“. Die draußen an der Fassade mitten in der Westerländer Fußgängerzone auch deutlich beworben werden soll.

Aber zurück zu den „Hells-Angels“-Verbindungen: Die seien ganz natürlich, wenn man seit über dreißig Jahren im Rotlichtgewerbe aktiv sei, sagt Beretin. Dass Rudloff sich mit Mitgliedern der Rockergruppe während seines Mallorca-Urlaubs treffe, oder die Hochzeit des Reutlinger Rocker-Präsidenten besuche, hieße nicht, dass man mit deren Geschäftstechniken „irgendetwas am Hut“ habe.

Zum Hintergrund: Rudloff will Ende diesen Jahres im Appartementhaus Strandburg einen sogenannten Gentlemen’s Club eröffnen. Die Bild-Zeitung hatte in ihrer Ausgabe vom Sonnabend über Rudloffs Kontakte zu den Rockern berichtet. Petra Reiber, Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt, hatte sich mehrfach öffentlich gegen Rudloffs geplantes Nobel-Bordell ausgesprochen, sie befürchte, es können Nährboden sein für organisierte Kriminalität, Menschen- und Drogenhandel. Beretin betont, dass in keinem der Rudloff’schen Etablissements jemals Zwangsprostitution nachgewiesen wurde – fügt aber auch hinzu, dass man sich da als Betreiber nie ganz sicher sein könnte: „Wenn ich die Mädchen frage, sagen die natürlich alle, dass sie es freiwillig machen.“

Die Gemeinde Sylt verstehe er in Sachen Bordell ohnehin nicht, sagt er: „Ein Teil denkt wohl, wir wollen bloß eine Table-Dance-Bar aufmachen, die andere Hälfte glaubt, das wird so etwas wie das „Pascha“ (Bordell in Köln, nach eigenen Angaben das größte Laufhaus Europas, Anm. d. Redaktion).“ Der Gentlemen’s Club, der im ehemaligen Kino und in der Kneipe im ersten Stock des Appartementhauses betrieben werden soll, sei beides nicht. „Aber wir werden da Veranstaltungen machen, da wird die Hölle los sein. Da müssen die sich im Klaren drüber sein.“ Er vermute, dass der Gemeinde eben nicht ganz klar gewesen sei, was sie da genehmige – deshalb sei die Genehmigung auch so ungewöhnlich schnell erteilt worden. Kommende Woche treffen sich Beretin und Reiber in Sachen Nobel-Bordell (wir berichteten). Juristisch, glaubt Beretin, könne der Gentlemen’s Club nicht mehr verhindert werden. „Doch wir müssen da einiges mit der Gemeinde klären – für uns ist es natürlich risikobehaftet, wenn es Gegenwind gibt. Wir wollen da schließlich 2,5 Millionen Euro für den Umbau rein stecken.“

Übrigens: Die gewerblichen Räume des Gebäudes, die einer Immoblienfirma des ehemaligen Musical-Königs Rolf Deyhle gehören, stehen nach Informationen der Sylter Rundschau zum Verkauf.

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