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Schlagerstar auf Sylt : Heino will im Juni die Syltfähre rocken

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Volksliedsänger und Neu-Rocker kam zur Stippvisite auf die Insel, um sein Exklusiv-Konzert am 11. Juni zu promoten und überraschte mit Freundlichkeit, Selbstbewusstsein und Witz.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 17:57 Uhr

„Heino, darf ich mit dir ein Selfie machen?“. Das kleine Mädchen auf der Syltfähre ist vielleicht fünf Jahre alt und strahlt über das ganze Gesicht, als Heino mit einem „Na, klar“ und gedämpftem Bariton nicht nur beiläufig, sondern mit einem freundlichen Lächeln antwortet. Seit gestern dürften die sozialen Netze voll mit Fotos von Syltern sein, die ein Selfie mit Heino gepostet haben. Heino ist Kult – vor allem bei jungen Menschen. Und er ist „ganz anders, als ich ihn mir vorgestellt habe, so bodenständig, unverstellt und freundlich“, staunt ein Pressevertreter. Einer von mehr als zwei Dutzend, die gestern Vormittag nach List gekommen waren, um dem 76-Jährigen bei einer Pressekonferenz zu begegnen und zu befragen, warum er im Juni ein Konzert auf der Syltfähre geben will und wie es ihm überhaupt so geht, in seiner neuen Rolle als Rocker.

Das Bild von Heino hat sich in den letzten zwei Jahren gewaltig gewandelt. Seit aus dem Volksliedsänger ein Rocker geworden ist, der sich einmal quer durch die Hits der deutsche Rock- und Popmusik bedient, um sein Repertoire völlig neu zu bestücken. „Ich wollte mal etwas Neues machen“, erklärt der Barde und erzählt die Geschichte, wie er mit seinem Manager vor zwei Jahren darüber sinniert hat, „dass wir etwas für jungen Leute machen sollten. Nur was, dass wusste ich da auch noch nicht“.

Den Erfolg, den Heino dann mit seinem Album „Mit freundlichen Grüßen“ und seinem Auftritt mit der Band Rammstein beim Wacken Open Air hatte, ahnte er aber schon. Genauso wie den Ärger, den er damit bei manchem deutschen Sänger-Kollegen auslöste, dessen Song er gecovert hat. „Ich will auch singen, um den ein oder anderen zu ärgern, aber vor allem natürlich, um Freude zu machen“. Man sieht bei solchen Bemerkungen nicht hinter die schwarzen Gläser seiner Brille, aber man spürt, dass seine Augen dabei schelmisch blitzen.

Wer Heino erlebt, staunt über die Frische des Mannes, der seit über 50 Jahren erfolgreich im Showbusiness agiert, die Lager klar in Vollblutfans und Überzeugungshasser geteilt hatte. Doch seit den „freundlichen Grüßen“ sind die Fronten nicht mehr so klar, die Grenzen scheinbar verwischt. Vor allem Heinos scharfe Kritiker fühlen sich von dem „Karamba-Karacho-Sänger“ ausgetrickst, das deutsche Feuilleton versucht den Imagewandel als „Geschichte eines großen Missverständnisses“ zu analysieren und hat damit seinen Frieden gefunden, dass es ihn als „Fürst der kulturellen Finsternis“ entlarvt hat.

Heino lächelt jede Kritik offen und freundlich weg, lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und „dankt dem lieben Gott, dass er mich noch so singen lässt“. Erstaunlich auch seine Kondition während der Pressekonferenz auf der Syltfähre. Weder Wind, Kälte noch Seegang, weder die Wünsche der viele Fotografen noch die der Mitreisenden nach Autogrammen und Handyfotos bringen den ganz in Schwarz Gekleideten aus der Ruhe und um seine Freundlichkeit. „Es hätte gar nicht besser laufen können“, freut sich Tim Kunstmann der Eventmanager der Syltfähre, der gemeinsam mit dem Sylter Veranstalter Peter Kötting die Idee zu dem „Sylter Konzerthighlight 2015“ hatte.

Sylt ist die „Insel, die ich immer geliebt habe. Nur meine Hannelore kann ich nicht so recht dafür begeistern, weil sie ja ein Kind der Berge ist“. Hannelore war es auch, die sich nicht vorstellen konnte, dass Heinos Wandlung zum Rocksänger Erfolg haben könnte. Jetzt muss sie nur noch erkennen, dass auch die Insel Reize entfaltet, die Heino schon während seiner Kindheit entdeckte. Auch das ein Grund, weshalb er dem Konzert auf der Syltfähre zugestimmt hat? „Nein, der Grund ist, dass ich solche ungewöhnlichen Konzerte mag, da muss man zeigen, was man kann“.

Knapp 400 Gäste passen in das Foyer und Restaurant der Fähre, in der Heino ohne jedes Playback, sondern in Begleitung von 11 Musikern, „die alle zur Spitzenklasse gehören und einem perfekten Sound“, seine neuen Songs zum Besten geben wird. Heute beginnt der Vorverkauf zu dem Konzert. „Ich bin sehr gespannt und kann es nicht wirklich einschätzen“, gesteht Tim Kunstmann, „aber ich denke, es wird gut laufen“.

 

Das Heino-Konzert am 11.Juni 2015 auf der Syltfähre. Tickets kosten 52,50 €, erhältlich an den Fahrkartenschaltern in List und Havneby sowie über die Service-Center der Syltfähre unter der Rufnummer: 0461/864-601

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