zur Navigation springen

Marinefliegerhorst auf Sylt : Heftige Kritik an Nikolas Häckel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Befürworter des Erhalts der Hallen 25 und 28 werfen dem Bürgermeister der Gemeinde Sylt „planungstechnische Taschenspielertricks“ vor

Mit Dringlichkeit soll am heutigen Abend im Bauausschuss über die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Hallen 25 und 28 auf dem Marinefliegerhorst beraten werden. Eingebracht hat diesen Antrag Bürgermeister Nikolas Häckel – in Rücksprache mit den Fraktionen SWG, SPD, SSW und Bündnis90/Grüne. Die Erweiterung der Tagesordnung wäre erforderlich, weil seit 26. Januar ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Gebäude initiiert worden sei, heißt es in der vom Verwaltungschef der Gemeinde Sylt unterzeichneten Beschlussvorlage. Und ausdrücklich: Die Dringlichkeit sei dadurch geboten, dass die Halle rechtswidrig genutzt werde.

Diese Vorgehensweise und vor allem die Argumentation ruft Kritiker auf den Plan: „Mit seinem Dringlichkeitsantrag für den kommenden Bauauschuss versucht Bürgermeister Häckel, das Bürgerbegehren direkt zu torpedieren, sodass – egal, wie die Bürger sich entscheiden – eine weitere Nutzung der Hallen durch planungstechnische Taschenspielertricks unmöglich gemacht wird“, sagt Hicham Lemssiah. „Dies ist im allerhöchsten Maße undemokratisch.“ Dass die Abrissbefürworter jetzt zu solchen Taktiken greifen würden, zeuge davon, dass sie sich vor dem Ergebnis der Unterschriftensammlung deutlich fürchteten, so der Fraktionsvorsitzende der Insulaner/Piraten.

Auch sein Fraktionskollege Christian Thiessen greift den Bürgermeister der Gemeinde Sylt direkt an: „Es ist deutlich, dass Herr Häckel mit diesem durch und durch politischen Vorstoß, bei dem er weder das Gespräch mit den Sylter Katastrophenschützern noch mit den anderen Fraktionen gesucht hat, eine demokratische Entscheidung der Bürger verhindern will, um seine eigenen politischen Ziele um jeden Preis durchzusetzen. Er spielt ein ganz gefährliches Spiel und man muss sich fragen, was er damit wirklich bezwecken will oder wem er sich verpflichtet fühlt.“

Lars Schmidt, einer der drei Initiatoren des Bürgerbegehrens, bezeichnet den Dringlichkeitsantrag, dessen juristische Hintergründe für Laien kaum verständlich seien, als „eine trickreiche Manipulation und einen Schlag ins Gesicht nicht nur der Bürgerinnen und Bürger, sondern noch mehr gegen jene, die seit Jahren und Jahrzehnten den Katastrophenschutz ehrenamtlich betreiben.“ Der Antrag sei bewusst so formuliert, dass das zur weiteren Nutzung der Halle 28 für den Katastrophenschutz notwendige Zielabweichungsverfahren an die Landesplanung nicht mit gestellt würde. Deshalb wäre vollkommen klar, dass es ein Nein des Landes geben werde. „Dann müsste der Bürgermeister allerdings sehr zeitnah jegliche Nutzung der Hallen untersagen“, so Lars Schmidt. „Eine wirklich riskante Nummer.“

Markus Gieppner (Insulaner/Piraten) gibt zu bedenken, dass eine „wirklich elegante Lösung“ bereits von verschiedenen Seiten des Katastrophenschutzes, den Sylter Unternehmern, dem ISTS und auch Teilen der Politik diskutiert würde: Sie sieht vor, die Hallen und das Rollfeld der Flughafen Sylt GmbH zu übertragen und so zu einer Verkehrsfläche des Flughafens zu machen. Die Halle 28 könnte damit weiterhin ihren jetzigen Zweck erfüllen, die Halle 25 als Lagerhalle und gelegentlich sogar als Konzerthalle genutzt werden. Weil darüber hinaus durch die Bestätigung des Denkmalschutzes für die Hallen wichtige Passagen des Kaufvertrages des Fliegerhorstes ungültig geworden seien, wäre der jetzige Zeitpunkt für Nachverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ideal, argumentiert Gieppner.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Feb.2016 | 05:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen