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Verein Sylter Unternehmer : Heftige Kritik an Baustellen-Dilemma

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Vorsitzender Karl Max Hellner: Zeitplan wurde immer weiter verschoben - Aufruf zur finanziellen Unterstützung des Flughafens

von
erstellt am 31.Mai.2017 | 05:13 Uhr

„Eine enorme Belastung für uns, für die Gäste und für die gesamte Innenstadt“ – der Vorsitzende Karl Max Hellner fand in der Jahreshauptversammlung des Vereins Sylter Unternehmer (SU) deutliche Worte für die zahllosen Baustellen in Westerland. „Die Situation ist absolut unbefriedigend.“ Das Ende der Baumaßnahmen sei immer weiter verschoben worden, jetzt sei schon von Juli die Rede.

„Wer sich die Mühe macht, einmal den Zeitplan in alten Veröffentlichungen nachzulesen, kann das Dilemma gut mitverfolgen“, sagte Hellner vor rund 80 Teilnehmern in der Tinnumer Boy-Lornsen-Schule. Vor einem Jahr sei noch von einer Fertigstellung der Baumaßnahmen zum Jahresende 2016 die Rede gewesen, mit der teilweisen Freigabe des Parkplatzes am Kirchenweg und einer vollständigen Wiederherstellung der Oberflächen bis Frühjahr 2017. In acht weiteren Statements sei die Fertigstellung immer weiter nach hinten verschoben worden. „Wir hoffen, dass es nun bald vorbei ist.“

In dieser Woche sei auch noch die Vollsperrung in Niebüll bis 10. Juni dazugekommen. „Die Folge ist eine umständliche Umleitung in Niebüll – und das über Pfingsten!“ Hellner kritisierte insbesondere, dass der Verein Sylter Unternehmer nicht zuvor unterrichtet worden sei. „Wir wussten von nichts und wurden in der letzten Woche davon überrascht.“ Dass es auch anders geht, beweise die Deutsche Bahn, die gemeinsam mit den Sylter Unternehmern eine Betriebspause im November 2019 vorbereitet. „Hier können wir jetzt handeln und die beste Lösung suchen.“

Das Thema Bahn habe die Sylter Unternehmer im zurückliegenden Jahr häufig beschäftigt, erklärte Hellner in seinem Jahresbericht. Es gab mehrere Treffen mit Verkehrsminister Meyer, dessen Staatssekretär Nägele sowie den Beteiligten von Nah.SH und DB Regio auf Sylt. Die SU stünden gemeinsam mit der Pendlerinitiative im engen Dialog mit allen Organisationen. Das nächste Ministertreffen war für Juni angesetzt, „aber wir wissen ja nicht, wer aus Kiel kommt.“

Beim Thema Flughafen rief der SU-Vorsitzende weitere Mitgliedsbetriebe dazu auf, sich freiwillig an der Förderung zu beteiligen. Als eine Fluggastabgabe zur Diskussion stand, hätten Sylter Unternehmen den ISTS in drei Jahren bereits mit jeweils 50  000 Euro, insgesamt also 150  000 Euro, freiwillig unterstützt. Nun hätten sich nochmal 30 Mitgliedsfirmen bereit erklärt, den Flughafen über drei Jahre mit 90  000 Euro zu entlasten. „Ein toller Betrag, und ich hoffe, dass wir weitere Unterstützer für den Flughafen finden, weil er unterstützenswert ist.“

Etwas enttäuscht äußerte sich Hellner rückblickend über den Ball zum 50-jährigen Jubiläum des Vereins Sylter Unternehmer. „Mangels Masse ist der Ball nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Nicht mal 300 Gäste – „das hätten wir uns anders gewünscht.“

Bevor es an die Vorstandswahlen ging, richtete Hellner seinen Dank an die scheidenden Vorstandsmitglieder Stephan Bahr, Holger Flessau und Clemens Raab. Ihre Stühle werden künftig von Moritz Bals, Oliver Brandl und Ken Litzkow eingenommen. Die Kandidatenliste wurde von den Mitgliedern einstimmig angenommen. Karl Max Hellner, der den Verein seit 2009 führt, sowie der geschäftsführende Vorstand und der erweiterte Vorstand wurden für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt.

Einig waren sich die Sylter Unternehmer sogar, als es an die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um monatlich 2,50 Euro ging. Die letzte Beitragsanpassung habe es am 1. Januar 2002 gegeben, erläuterte Schatzmeister Dirk Volquardsen. Damals stieg der Jahresbeitrag von 124 auf 150 Euro, ab 1. Januar 2018 werden es 180 Euro sein.

Eine neue Mitarbeiterin ist seit 15. Mai in der Geschäftsstelle des Vereins tätig. Maria-Samon Grundmann übernimmt die Aufgaben von Danica Jansen, die in den Mutterschutz gegangen ist.

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