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Sicherheit auf Sylt : Hausnummern können Leben retten

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Ältestenrat in Kampen überprüft die Nummerierung aller Häuser der Gemeinde / Hausbesitzer sollen in die Pflicht genommen werden

Inge Hammerich und Udo Lützen sind auf einer Mission. Keine Straße, kein Haus in Kampen ist vor ihnen sicher. Der Ältestenrat-Vorsitzende und seine Stellvertreterin fahnden gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Gremiums nach Häusern in Kampen, die keine Nummern haben oder deren Nummerierung nur schwer zu entziffern oder zu finden ist. Anlass für die Aktion war ein Bericht der Sylter Rundschau.

„Wir wollten nicht nur reden, sondern etwas tun“, erklärt Udo Lützen. Die Gemeinde habe alles vorbereitet, Listen für alle Straßen, in die eingetragen wird, wo die Hausnummern vorhanden und sichtbar sind beziehungsweise wo das Gegenteil der Fall ist. Udo Lützen und Inge Hammerich sind entsetzt von ihren Ergebnissen. „Es fehlen gut 20 Prozent der Hausnummern und nochmal 20 Prozent sind unleserlich oder nicht zu finden“, berichtet Inge Hammerich. „Dabei können Hausnummern leben retten“, betont Udo Lützen.

Viele waren nicht begeistert von der neuen Vorschrift
An diesem Tag haben sich die beiden die Hauptstraße vorgenommen. Schon bei der Nummer eins taucht das erste Problem auf: Es gibt sie nicht. Die zwei fehlt auch, die Nummer drei ist vorhanden. Die beiden Mitglieder des Ältestenrates erinnern sich an früher, wo noch jedes Haus einen Namen und keine Nummer hatte. Die Feuerwehr stellte dann zunächst einen Antrag, die Straßen zu benennen. In einem zweiten Antrag wurden dann die Hausnummern gefordert. „Viele waren nicht gerade begeistert davon, weil sie lieber anonym bleiben wollten“, erzählt Udo Lützen.

Heute sind Straßennamensschilder und Hausnummern in einer Satzung verankert. Darin heißt es „Die Grundstückseigentümer sind verpflichtet, die Hausnummern auf ihre Kosten zu beschaffen, anzubringen und zu unterhalten. Sie sind von einer Neufestlegung oder Änderung der Grundstücks- bzw. Hausnummerierung durch die Gemeindeverwaltung zu unterrichten.“ Es ist sogar festgeschrieben wie die Hausnummern beschaffen sein sollen: Rechts neben dem Hauseingang in einer Höhe von 1,50 bis 2,40 Meter, von der Straße her gut sichtbar und lesbar.

Udo Lützen, Inge Hammerich und ihre Mitstreiter kontrollieren jedes Haus in Kampen, alles wird notiert und die Liste dann der Gemeinde übergeben. Mit Hinweis auf die bestehende Satzung sollen die Hauseigentümer dann angeschrieben werden. Innerhalb einer gesetzten Frist haben sie dann für die Nummerierung zu sorgen. Wenn nicht droht laut Satzung sogar ein Zwangsgeld. „Wir haben schon einige getroffen, die einsichtig waren. Es gab aber auch solche, die gesagt haben, das ginge uns nichts an und keiner solle wissen, wo sie wohnen“, berichten die beiden Mitglieder des Ältestenrats. Für Inge Hammerich und Udo Lützen steht aber fest: „Das ist wirklich dringend nötig und kein Spaß.“

DRK warnt vor Zeitverlust im Notfall
So sieht das auch Arne Dekarz, Rettungswachenleiter beim DRK Westerland, der die Problematik kennt. „Kampen ist bekannt für Steine mit Hausnummern dran im Vorgarten“, erklärt er. Gerade nachts sei das ein echtes Problem. „Dann müssen die Einsatzkräfte erstmal den ganzen Garten absuchen oder gleich mehrere, weil es bei mehreren Häusern nebeneinander so aussieht“, so der Rettungswachenleiter. Im Notfall ginge wertvolle Zeit verloren. „Ja, das Thema Hausnummern hat für uns schon eine gewisse Brisanz“, sagt Arne Dekarz.

Das betreffe aber nicht nur Kampen. Es gebe in jedem Inselort Häuser ohne Nummern. Dekarz appelliert an die Hausbesitzer, für Hausnummern zu sorgen. „Wenn es möglich ist, rate ich sogar zu beleuchteten Hausnummern. Das wäre perfekt“, so Arne Dekarz. Im besten Falle sollte jemand die Einsatzkräfte einweisen – dann müsste auch keiner suchen.

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erstellt am 09.Sep.2014 | 10:00 Uhr

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