Wohnen auf Sylt : Hauskäufer entdecken Tinnum

Die Preise für freistehende Einfamilienhäuser in Archsum sind um 3,2 Prozent gestiegen. Damit weist Archsum neben Tinnum die höchste Steigerungsrate auf.
Die Preise für freistehende Einfamilienhäuser in Archsum sind um 3,2 Prozent gestiegen. Damit weist Archsum neben Tinnum die höchste Steigerungsrate auf.

Immobilienpreise legen in Tinnum und Morsum am stärksten zu, doch Spitzenreiter ist nach wie vor Kampen

shz.de von
04. Juni 2018, 04:14 Uhr

Wer sich seinen Traum vom Eigenheim auf Sylt erfüllen will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Die Wohnimmobilienpreise steigen weiter, aber moderater als in den Vorjahren. Mit einem Preis von 30 600 Euro für einen Quadratmeter müssen Käufer in Kampen rechnen – die Gemeinde steht nach wie vor an der Spitze der Sylter Preishierarchie. Am stärksten zugelegt haben nach der Statistik des Immobilienhändlers Grossmann & Berger aber Archsum und Tinnum.

Geschäftsführer Lars Seidel präsentierte die Zahlen anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Kampener Filiale des Hamburger Unternehmens. Demnach legten die erzielbaren Kaufpreise auf Sylt von 2017 auf 2018 im Schnitt um 1,9 Prozent bei Standard-Einfamilienhäusern zu, um 2,2 Prozent bei Standard-Doppelhaushälften und um 1,4 Prozent bei Standard-Eigentumswohnungen zu. Für einen Quadratmeter Wohnfläche in einem Einfamilienhaus auf Sylt können Verkäufer 2018 durchschnittlich 16 500 Euro erzielen, bei einer Doppelhaushälfte 14 000 Euro und einer Eigentumswohnung 7400 Euro.


Kampen auch 2018 das Maß der Dinge

Mit einem erzielbaren Kaufpreis für Einfamilienhäuser in Höhe von 30 600 Euro/m² Wohnfläche liegt erneut Kampen an der Spitze der Sylter Immobilienstatistik, gefolgt von Braderup (25 700 Euro/m²), Rantum (20 900 Euro/m²) und Keitum (19 800 Euro/m²).

Die gleiche Reihenfolge zeigt sich bei Doppelhaushälften: Mit 28 700 bzw. 21 500 Euro/m² sind Kampen und Braderup Spitzenreiter vor Rantum und Keitum mit 18 000 und 15 150 Euro/m².

Etwas anders gestaltet sich die Preisverteilung bei Eigentumswohnungen. Hier folgt auf Kampen (14 800 Euro/m²) direkt Keitum (9000 Euro/m²) vor Braderup und Wenningstedt mit jeweils 8700 Euro/m² Wohnfläche.

„Das Angebot in den beliebten Lagen von Sylt hat deutlich abgenommen. Wer dort eine Immobilie kaufen konnte, behält sie auch“, erläutert Andreas Gnielka, bei Grossmann & Berger zuständig für Wohnimmobilien. „Daher hat sich der Fokus auf andere Lagen wie beispielsweise Tinnum, Archsum und Westerland verschoben und dort, ähnlich wie bei entsprechenden Lagen in Hamburg, zu größeren Preissteigerungen geführt“, ergänzt Torsten Paulsen, Vertriebsleiter in der Kampener Niederlassung.

Am stärksten zugelegt hat der Sylter Ortsteil Tinnum: Die Hauspreise erreichten Steigerungsraten von 3,2 Prozent, Doppelhaushälften von 5,4 Prozent und Wohnungen 5,6 Prozent. „Dank zentraler Wohn- und guter Einkaufsmöglichkeiten ist Tinnum mehr als nur ein Vorort von Westerland“, sagt Paulsen. Dabei seien die Wohnlagen mit Weitblick in Richtung Süden und der an Alt-Westerland angrenzende Bereich am beliebtesten.


Potenzial in Hörnum, Tinnum und Morsum

Tinnum bildet je nach Immobiliensegment zusammen mit Hörnum und Morsum aber auch das untere Ende der Preisskala auf Sylt. So finden sich 2018 die niedrigsten durchschnittlich erzielbaren Kaufpreise für Einfamilienhäuser mit 6250 bzw. 6650 Euro/m² in Hörnum und Tinnum. Dies gilt auch für Doppelhaushälften, für die Eigentümer bei einem Verkauf im Inselsüden im Schnitt 5500 und in Tinnum 6100 Euro/m² erzielen können. Bei Eigentumswohnungen schiebt sich Morsum im Inselosten mit 4600 Euro/m² zwischen Hörnum (4300 Euro/m²) und Tinnum (4700 Euro/m²). „In den nächsten Jahren rechnen wir in allen drei Orten mit weiteren deutlichen Preissteigerungen, weil es in Kampen und Co. schlicht zu wenig Angebot gibt“, prognostiziert Torsten Paulsen.


Missverhältnis von Angebot und Nachfrage

Angesichts der weiterhin ungebrochen hohen Nachfrage nach Wohnimmobilien auf Sylt bleibt das Ungleichgewicht am Markt bis auf weiteres bestehen. „Daher sind fast alle Neubau-Projekte in kürzester Zeit ausverkauft“, führt Paulsen aus. Daher suchten Projektentwickler händeringend nach neuen Baugrundstücken. Weil das rar ist, kauften sie vor allem Grundstücke mit abrissreifem Altbestand und ersetzen Alt- durch Neubauten.

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