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Inseldreikampf : Harter Kampf gegen Kälte und Sand

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bei der dritten Auflage des „Red Bull Tri Islands Triathlon“ zwischen Amrum, Föhr und Sylt gingen über 300 Teilnehmer an den Start

Inselhopping der extremen Art: 16 Grad kaltes, von Strömungen gespicktes Nordseewasser, taktische Spielchen beim Radfahren, um das richtige Boot zu erwischen, und Laufschuhe gefüllt mit Sylter Sand. Wer diesen Kampf gegen die Konkurrenz, die Tide und den Knockout-Modus in Angriff nimmt, muss mit allen Wassern gewaschen sein. In diesem Jahr stellten sich über 300 Athleten aus über zehn Nationen dem außergewöhnlichen Inselhopping von Amrum über Föhr nach Sylt.

Den Sieg bei den Männern sicherte sich Leif Schröder-Groeneveld (Wittenseer Aktiv Team) in 2:58:39 Stunden, das Rennen der Frauen entschied Bettina Lange (TSV Bargteheide Tri) in 3:10:59 Stunden für sich. Dass bei der dritten Auflage der spektakulären Sportveranstaltung am Ende neue Gesichter auf dem Siegerpodium stehen würden, stand schon vor dem Start fest. Die Sieger der Veranstaltungen 2015 und 2016, Jonas Schomburg (Hannover) und Hanna Winckler (Köln), waren in diesem Jahr erstmals nicht am Start.

Der Auftakt des Tri Islands 2017 war traditionell – die Athleten wanderten zunächst bei teils strömendem Regen vom Basecamp auf Föhr nach Amrum. Von dort ging es schwimmend drei Kilometer durch die frostige Nordsee nach Föhr. In der Spitzengruppe behauptete sich auch die spätere Gesamtsiegerin bei den Frauen, Bettina Lange. Die Bargfelderin legte bereits hier den Grundstein für ihren Erfolg. Nach nur 39:55 Minuten stieg die Stormarnerin vor Föhr aus dem Wasser und war damit schneller als die Männer: Karsten Sasse vom HT16 erreichte nach 40:02 Minuten das Utersumer Ufer. Bejubelt von mehr als 1000 Zuschauern ging es zur Wechselzone und auf die 40-Kilometer-Radrunde über abwechslungsreiches Terrain auf Föhr. Trotz des Regens am Vormittag und schwieriger Straßenverhältnisse blieben schwere Stürze auf der Strecke am Deich entlang und durch die Föhrer Dörfer aus. Es galt, das begehrte Speedboot-Ticket nach Sylt zu lösen.

Mit Hilfe von Zwölf-Mann-Booten wurden die Triathleten von Utersum im Föhrer Westen zur finalen Laufentscheidung nach Hörnum im Sylter Süden gebracht. Allerdings nicht alle Triathleten, denn der natürliche Knockout-Modus durch die Tide verhindert, dass es alle Teilnehmer nach Sylt schaffen. Im vergangenen Jahr hatten 85 von 506 Teilnehmern in die Röhre geguckt und mussten auf Föhr bleiben.

Bettina Lange blieb auch hier schnellste Frau und erreichte nach 1:07:26 das zweite Etappenziel. Knapp war es dennoch, denn die spätere Zweite der Gesamtwertung, die Schweizerin Simone Bürli, deren Abstand auf Lange auf Sylt lediglich 25 Sekunden betragen sollte, folgte nur wenige Minuten später im zweiten Boot. Auch Leif Schröder-Groeneveld sicherte sich einen Platz im ersten Boot. Rund vier Minuten Rückstand auf Bettina Lange nach dem Schwimmen hatte der Wittenseer auf dem Rad gutgemacht. 60 Teilnehmer schafften es am Ende nicht bis nach Sylt und mussten auf Föhr bleiben.

Auf Sylt wartete dann der abschließende Lauf über zehn Kilometer auf die Athleten. Und auch der hatte es in sich, führte die Strecke doch über einige Kilometer mitten durch teilweise knöcheltiefen Sand. Am Ziel am Hörnumer Strand war die Freude dafür umso größer.

„Was für ein Tag. Das war der absolute Hammer, aber auch richtig hart. Ich wollte unbedingt auf das erste Boot. Beim Laufen habe ich dann einfach nur Vollgas gegeben und den Zieleinlauf genossen“, erklärte ein sichtlich strahlender Sieger, Leif Schröder-Groeneveld ließ sich von den Zuschauern im Zielbereich in Hörnum feiern. Frauen-Siegerin Bettina Lange wusste, dass ihre Chancen auf den Triumph gut standen, nachdem sie als einzige Frau das Ticket für das erste Boot lösen konnte. „Da wusste ich, dass ich es packen kann. Der Tri Island ist einfach nur einzigartig, und ich kann jedem nur raten, hier einmal an den Start zu gehen.“

Die Plätze zwei und drei gingen bei den Männern an Robert von Leesen (Pro Athletes KTT01/3:01:11) und Bastian Schalk (3:01:39), bei den Frauen komplettierten Simone Bürli (Ausdauertraining-Dresden.de/3:11:24) und Manu Dierkes (Tri Michels Hamburg/3:18:02) das Podium.

Nach den erfolgreichen beiden Vorjahren hatten die Veranstalter und Sportler in diesem Jahr aber mit dem Wetter zu kämpfen. Mehr als 450 Sportler hatten für dieses Event gemeldet, aber nur etwas mehr als 300 waren dann tatsächlich gestartet. Gründe hierfür könnten natürlich die kalten und unangenehmen Wetterbedingungen sein. Besonders das Schwimmen im offenen Meer war ein Kraftakt und forderte den Teilnehmern viel ab. Obwohl die Bedingungen fürs Schwimmen eigentlich perfekt waren, denn das Meer war an diesem Tag ganz ruhig, flach und fast ohne Wellen.

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