zur Navigation springen

Hans Jessel: „Urbane Landschaften“ – IV

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In den 1970er Jahren vollzog die künstlerische Landschaftsfotografie einen eklatanten Wandel. Galt es vormals, heroische, vom Menschen unberührte Landschaften in fulminantem Licht darzustellen (mit Ansel Adams als bedeutendstem Vertreter), wurden Fotografen wie Robert Adams, Lewitz Baltz und Steven Shore zu Protagonisten einer neuen Strömung, die sich auf das Gegenteil konzentrierten: Nun stand der Wandel des unmittelbaren Lebensumfeldes im Fokus.

Durchaus mit einer Portion Wut im Bauch angesichts des rücksichtslosen Landschaftsverbrauchs entstanden Bilder in einem sachlichen, ja nüchternen Stil - von trostlosen Neubaugebieten, ausufernden Vorstädten, von Industriebrachen und von von Zivilisationsmüll verschmutzter Natur - als Dokumente eines entfesselten Lebensstils.

Diese Sichtweise mochte ich mir bislang nicht aneignen - sehe mich jetzt aber berufen dazu. Meine Zweifel mehren sich, ob die ausschliesslich „schöne“, werblich verwertbare Syltfotografie dieser Insel gut tut. Denn diese Fotografie lockt nur noch mehr Menschen nach Sylt - aber unter welchen Versprechungen? Mit meinen Bildern möchte ich bestimmt auch zur Diskussion um die Zukunft Sylts anregen.

Die Ausstellung „Sylt - Expeditionen in urbane Landschaften“ läuft noch bis zum 29. Oktober in der Stadtgalerie Alte Post in Westerland. Mehr zum Konzept der Ausstellung unter:

www.jessel-urbane-landschaften.de

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen