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Sylter Rundschau

18. Dezember 2017 | 01:08 Uhr

Hans Jessel: „Urbane Landschaften“ (I)

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Urbane Landschaften beschränken sich beileibe nicht auf Innerstädtische Strukturen. Ganz im Gegenteil: Als viel beeindruckender erweist sich die urbane „Unterwanderung“ peripherer Gebiete, die zunehmend Urbanisierungsprozessen anheim fallen.

Der Sylter Strand – im kollektiven Gedächtnis ein Inbegriff von Unberührt- und Naturbelassenheit – erweist sich beim genaueren Hinsehen als Produkt eines urban-industriellen Eingriffs: Seit 1972 wurden durch Sandvorspülungen über 30 Millionen Kubikmeter Sand vorgespült, was zu einer Umkehrung der seit Jahrhunderten dominierenden Landschaftsgenese führte: Die vormals stetig unter Abbrüchen leidende Küste hat durch verstärktes Vordünen-Wachstum bereits heute den Zustand von vor 1900 zurück erobert. Negative Begleiterscheinungen: Der „künstliche“ Sand ist scharfkantig, wird leicht verweht und droht, nur als Beispiel, ein Wahrzeichen der Insel – das Rote Kliff – zum „Toten Kliff“ zu degradieren. Aufgrund mangelnder Abbrüche verstürzt die Abbruchkante, wird übersandet und bewachsen – also hat die Urbanisierung, die letztlich auf 100 Prozent der Inselfläche nachweisbaren Eingriffe des Menschen, auch diese „Naturlandschaft“ erreicht. Ist das nun schlecht? Oder nicht vielmehr gut - für Sylt? Mit meinen Fotografien möchte ich um diese Fragen keinen Bogen (mehr) machen.

●In unserer Serie erläutert der Fotograf Hans Jessel welche Gedanken und Hintergründe ihn zu einzelnen Foto-Motiven gebracht haben.

Ein Interview zu den neuen Fotos lesen Sie auf

Seite 16.

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