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Sprühdosen-Aktion : Hamburger Graffiti-Größen auf Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sieben Graffiti-Künstler aus der Hansestadt ließen ihrer Kreativität an der Mauer am Stranddiestelweg freien Lauf.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2017 | 05:47 Uhr

Bereits im letzten Jahr hatten Sylter Kids in einem Workshop mit Ambroise Gaglo und dem Profi-Sprayer „Davis” einen kleinen Teil der Wand zwischen dem Strandaufgang Himmelsleiter und der Beach Box künstlerisch in Szene gesetzt. Unter der Leitung des Hamburger Grafikdesigners und Graffitikünstlers Oliver „Davis” Nebel sprühten sie den kunterbunten Schriftzug „Surf Insel Sylt” an die triste Mauer und sorgten so für mehr Farbe im grauen Alltag.

Da die 120 Meter lange Mauer aber noch lange nicht fertig war, versprach der Profi 2017 wieder zu kommen – und zwar mit tatkräftiger Unterstützung. Und so fanden am Mittwoch neben „Davis” sechs weitere Hamburger Graffiti-Stars den Weg nach Sylt, um die Mauerkunst fortzusetzen. Da der Insel Sylt Tourismus-Services (ISTS) als Wandeigentümer und Sponsor der Aktion die komplette Wand für Graffiti-Kunst frei gegeben hat, machten sich Davis, Desk 7, Tasek, Amit2.0, Jayn, Phillip Kabbe und Chedo One an die Arbeit. Nach ersten Grundierungsarbeiten verwandelte das Hamburger Graffiti-Netzwerk einen Großteil der Fläche innerhalb eines Tages in ein Gesamtkunstwerk, das unter dem Motto „Meer” Platz für individuelle Interpretationen ließ.

Desk7 und Philipp Kabbe arbeiten an der Wand Seite an Seite.
Desk7 und Philipp Kabbe arbeiten an der Wand Seite an Seite. Foto: Fleischmann (2)

Um einen Übergang zu den Abreiten aus dem letzten Jahr und dem Schriftzug „Surf Insel Sylt” zu schaffen, sprayte „Davis” einen Piraten mit Sprühdose an die Wand, der „nichts weiter ihm Kopf hat als Graffitis”. Weiter geht es mit dem Schriftzug „Amit”, den der gleichnamige Sprayer in den Farben von Korallen gestaltete. Passend dazu schließt sich die überdimensionale Krabbe mit 3D-Effekt an, die Künstler Björn Lindner alias „Jayn” aus der blauen Mauer springen lässt. Gleich daneben sprühte Desk7 eine typische Dünenlandschaft samt Leuchtturm an die Wand, in der sich die bunten Buchstaben tummeln, für die er weit über die Grenzen von Hamburg hinaus bekannt ist. Die mürrische graue Gestalt direkt daneben stammt von Philipp Kabbe, der sich kritisch mit der High Society und Konsumgesellschaft auseinander setzt. Seine „versteckten geheimen Botschaften im Bild” mag er nicht erklären, denn nur die Eingeweihten aus der Graffiti-Szene sollten die „Sprüher-Grüße” verstehen. An genau die richtet sich auch das Motiv von „Chedo”, der mit Fred Feuerstein und Barney Geröllheimer im schicken Kampen-Style eine „Hommage an einen Kollegen” geschaffen hat. Den momentanen Abschluss der Wand bildet das abstrakte, leicht florale Motiv von Tasek, dem beim Thema Meer „die Assoziation von hawaiianischen Blüten” durch den Kopf schoss. „Dieses Motiv lässt Raum für das, was noch kommen wird”, meint der freie Künstler, denn auch die letzten Meter der Mauer sind frei gegeben für weitere Graffitis. Und vielleicht reist „Davis” auch im nächsten Jahr wieder nach Sylt, um noch mehr „Meer” an die Wand zu bringen.

 

Chedo gibt den Kollegen von Sylt 1 ein Interview.
Chedo gibt den Kollegen von Sylt 1 ein Interview.

 
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