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Paraffin-Problem auf Sylt : Halligkonferenz: Pro saubere Nordsee

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach der Paraffin-Schwemme auf Sylt verabschiedet die Halligkonferenz eine Resolution. Der Bund will sich international für strengere Regeln stark machen.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Die Paraffin-Anschwemmungen an der Westküste letzte Woche waren Thema in der jüngsten Insel- und Halligkonferenz. Deren Mitglieder haben am Donnerstag einstimmig eine Resolution verabschiedet. Adressiert ist sie an die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten. Die Insel- und Halligkonferenz fordert in dem Papier, „Rechtsvorschriften zu schaffen, um die Entsorgung von Paraffin oder anderen ölhaltigen Mischungen und Rückständen schädlicher Flüssigkeiten in europäischen Meeren zu verbieten.“ Außerdem sollen sich die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten dafür stark machen, dass Paraffin auch auf internationaler Ebene auf die Liste der Materialien gesetzt wird, die nicht ins Meer eingeleitet werden dürfen.

Zwischen dem 19. und dem 24. März waren 58 Kubikmeter Paraffin an Sylts Westküste angeschwemmt worden und hatten 30 Kilometer Sandstrand verschmutzt (wir berichteten). Die Ermittlungen nach dem Verursacher dieser „Schweinerei“ (Zitat des Umweltbeauftragten der Gemeinde Sylt Norbert Grimm), laufen. Denn: Obwohl das Einleiten von Paraffin-wax ins Meer legal ist, unterliegt es doch sehr strengen Vorschriften. „Wenn man diese Waschvorschriften beachtet hätte, wäre so eine Verschmutzung, wie neulich auf Sylt nicht möglich. Vielmehr dürften nach einer vorschriftsmäßigen Tankwaschung doch nur noch Spuren rauskommen“, erklärt Dr. Bernd Scherer, zuständig für Meeresschutz und Nationalpark im Umweltministerium Schleswig-Holstein. Seiner Meinung nach, reichen die bestehenden Regelungen offenkundig nicht aus. „Die Situation ist nicht zufriedenstellend.“

Der Paraffin-Transport fällt unter die Vorschriften des Internationalen Übereinkommens von 1973 zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL). Paraffin-wax fällt laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) unter die Einleitungskategorie Y. Darunter fallen Stoffe (...) die eine Gefahr für die Schätze des Meeres oder die menschliche Gesundheit darstellen (...).

Auf Nachfrage der Sylter Rundschau im Bundesverkehrsministerium bestätigte Sprecher Dr. Stefan Ewert, dass die Problematik der Einleitung sehr zähflüssiger Stoffe ins Meer bei der IMO eingebracht wurde. Die Abkürzung IMO steht für International Maritime Organization, der zur Zeit 170 Staaten angehören. Sie ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und ist verantwortlich für die Sicherheit der Schifffahrt und der Vorbeugung von Meeresverschmutzung durch Schiffe. Im Februar habe sich der Unterausschuss „Pollution, Prevention and Response“ mit diesem Thema Einleitungen ins Meer beschäftigt, heißt es in dem Antwortschreiben des Bundesverkehrsministeriums. Im Ergebnis seien danach die IMO-Mitgliedstaaten gebeten worden, für die Sitzung im Herbst – der IMO Working Group on the Evaluation of Safety and Pollution Hazards of Chemicals – weitere Informationen über die Produkte und deren Eigenschaften sowie über entsprechende Zwischenfälle zur Verfügung zu stellen. „Deutschland sieht die Probleme und setzt sich für eine weitere Reduzierung der erlaubten Einleitungen ein“, erklärt Ministeriums-Sprecher Stefan Ewert.

 

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