Ehemaliger Marinefliegerhorst auf Sylt : Hallenstreit flammt wieder auf

Die Halle 25 auf dem ehemaligen Fliegerhorst gehört jetzt zum Sylter Flughafen
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Die Halle 25 auf dem ehemaligen Fliegerhorst gehört jetzt zum Sylter Flughafen

Nutzung der Halle 25 für die Flughafenverwaltung ist laut Kritikern nicht genehmigt / Bürgermeister erklärt Gemeinde für nicht zuständig

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21. Januar 2018, 21:15 Uhr

Soll da etwa versucht werden, einen bewältigt geglaubten Streit wieder als Thema für den bevorstehenden Kommunalwahlkampf aufzubereiten? Dies mutmaßten zumindest die Befürworter des Erhalts der Hallen 25 und 28 aus den Reihen von Christdemokraten und „Insulanern“ in der ersten Gemeindevertretersitzung 2018 am vergangenen Donnerstagabend.

Anlass war ein Bericht von Bürgermeister Nikolas Häckel zu einer Anfrage von Holger Weirup (SPD) vom 20. Juli 2017. Der Gemeindevertreter hatte um Auskünfte zum aktuellen Stand der Technik in der Halle 25 hinsichtlich der Bewirtschaftung gebeten und wollte wissen, ob dort noch nach dem Stand vom Jahre 1935 gewirtschaftet würde, inwieweit dies geprüft worden wäre und dem heutigen Stand der Technik entspräche. Nach Ansicht von SPD und auch SWG seien alle vormaligen Nutzungen rein militärisch als Flugzeughangar gewesen – erst durch die Luftwaffe der Wehrmacht, nach Ende des 2. Weltkriegs von den Siegermächten und von 1961 bis 2005 durch das Fliegergeschwader der Bundesmarine.

Seitdem habe sich bau- und nutzungsrechtlich bezüglich der Halle auf dem Fliegerhorst nichts verändert, wären auch keine neue Beschlüsse gefasst worden. Dies könne nur bedeuten, dass insbesondere die Unterbringung der gesamten Flughafenverwaltung im bisherigen Bürotrakt des Gebäudes so gar nicht genehmigt sei, argumentierte Holger Weirup.

Als Folge des erfolgreichen Bürgerentscheids vom 12. Juni 2016 gehörten diese Hinterlassenschaften der Bundeswehr nunmehr zum Bestand der Flughafengesellschaft Sylt (FSG), entgegnete Bürgermeister Nikolas Häckel. Die Hallen 25 und 28 sowie das Vorfeld seien per Beschluss der Obersten Luftfahrtbehörde des Landes Schleswig-Holstein in die „luftrechtliche Genehmigung des Flughafens zur Nutzung als Flugplatzgelände“ einbezogen. Somit könne der Paragraph 35 des Baugesetzbuches (für Außenbereiche) als bauplanungsrechtliche Grundlage nicht mehr angewendet werden.

Grundsätzlich wäre es sehr schwierig gewesen, die Zuständigkeiten für die an die FSG übertragenen Liegenschaften zu klären, betonte Häckel. Deshalb habe die Bearbeitung der Anfrage des Gemeindevertreters auch ein halbes Jahr gedauert. Außer der Luftfahrtbehörde sei in erster Linie der Kreis Nordfriesland zuständig – so dessen Behörden für die Bauaufsicht, für den Natur-, Boden- und Gewässerschutz sowie für den Denkmalschutz.

„Die Gemeinde Sylt ist in Sachen Halle 25 und 28 außen vor“, sagte der Bürgermeister. Das Bau- und Umweltamt könne nur Stellungnahmen zur Erschließung wie Verkehrsanbindung oder Ver- und Entsorgung abgeben und diese dann in Kooperation mit der Flughafen Sylt GmbH herstellen. Darüber hinaus habe die Gemeinde kein Zutrittsrecht zu den Hallen, so Häckel, und deshalb auch keinerlei Kenntnis vom derzeitigen Stand der Nutzung.

Dem hielten Vertreter der CDU entgegen, es habe sehr wohl am 10. August 2017 einen Besichtigungstermin für die Gesellschafter gegeben, bei dem sich alle vor Ort selbst ein Bild hätten machen können. Doch bereits am Dienstag würde FSG-Chef Peter Douven ja auch im Hauptausschuss einen Bericht vortragen, der unter anderem beweisen werde, dass die Sanierung der Halle 25 deutlich weniger gekostet habe als von allen Kritikern vorausgesagt.



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