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Schutzstation Wattenmeer : Haie vor Sylt und andere Anliegen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die zwei Ruhrpottkinder Anna und Karen machen ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum. In einer neuen Serie geben sie in loser Reihenfolge Einblicke in ihre neue Arbeit.

Hörnum | Da arbeiten und leben wo andere Urlaub machen. Für ein Jahr werden Pott, Zeche und Currywurst gegen Insel, Leuchtturm und Fischbrötchen getauscht. Wir zwei Ruhrpottkinder Anna (20) und Karen (19) sind Freiwillige am Meer. Seit Juli 2013 machen wir unseren Bundesfreiwilligendienst bei der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum. Um uns und unsere Arbeit besser kennen zu lernen, wollen wir  mit dieser Serie einen Einblick in unser „neues“ Leben gewähren.

Das Telefon.  Ein unglaublich nützliches Informations- und Kommunikationsmittel. Wir von der Schutzstation, auch „Schutten“ genannt, wohnen mit unserem Diensttelefon zusammen. In einer WG mit bis zu 20 Freiwlligen direkt neben der Schutzstation...Dies prägt unseren Tagesablauf. Egal, ob beim Zähne putzen, auf dem Weg zur Wattwanderung oder in einer wohlverdienten Mittagspause –  sobald der markerschütternde Klingelton ertönt, muss alles stehen und liegen gelassen werden. Der technische Fortschritt eines schnurlosen Telefons bringt nicht nur Vorteile mit sich: Oft  kann man nur hoffen, dass sich das Telefon in seiner Ladestation befindet, und man nicht das ganze Haus auf der Suche nach dem Apparat durchforsten muss. Ein kurzer Sprint zum Hörer löst schon mal Schnappatmung aus.

Die Anliegen der Leute erstrecken sich von normalen Anfragen wie: „Wann findet die nächste Wattwanderung statt?“ bis zu eher ungewöhnlichen Anliegen: „Kann man sich bei Ihnen einen Hund ausleihen?“,  „Wir haben eine große, bunte Schlange gefunden, holen Sie die ab?“ bis hin zu: „Ein weißer Hai schwimmt in der Nordsee!“

An dieser Stelle können wir unsere Anrufer beruhigen, mit Ausnahme vom Katzenhai gibt es in der Nordsee vor Sylt keine Haie. In unserer Ausstellung „Arche Wattenmeer“ haben wir einen dieser  Katzenhaie, welcher von uns liebevoll „Katzi“ genannt wird. Dieses Tier hat mit seinem maximal einem Meter Länge, wenig mit dem weißen Hai zu tun.

Die Rückenflosse, die man an ruhigen Tagen häufig vom Strand aus sehen kann und die von Urlaubern gelegentlich irrtümlich mit einem Hai oder Delfin verwechselt wird, gehört dagegen zum Schweinswal. Dieser Kleinwal erreicht eine Länge von circa 1,7 Metern und muss alle sechs Minuten zum Luft holen an die Oberfläche. Dies ist der Moment, in dem aufmerksame Strandbesucher häufig in Begeisterung ausbrechen. Wenn Sie diese Tiere beobachten, können sie gerne bei uns unter der Nummer 04651/881093 anrufen. Wir notieren Datum, Uhrzeit und Anzahl der Tiere und geben diese Daten weiter. Da wir aber mit unserem Telefon zusammen wohnen, reicht es, wenn uns solche Meldungen zu einer humanen Uhrzeit (so ab neun Uhr) erreichen. 

Nach einem Tag voller Telefonate, kann es passieren, dass wir abends im Garten sitzen, den Klingelton hören, uns aufraffen und dann erkennen: Das war nur Phantomklingeln, Feierabend für heute!

Mehr zu Schweinswal, Kegelrobbe & Co. gibt es bei uns in der Ausstellung „Arche Wattenmeer“ in Hörnum (Di.-So. von 10-18 Uhr geöffnet), bei unserer Strandwanderung und dem Meeressäugervortrag. Zur weiteren Information dient unser aktueller Flyer oder unter www.schutzstation-wattenmeer.de/unsere-stationen/hoernum-sylt

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erstellt am 31.Mai.2014 | 06:29 Uhr

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