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Immobilienatlas der LBS : Häuser auf Sylt teuer wie nie zuvor

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mit deutlichem Abstand vor allen anderen Regionen im Norden Deutschlands ist Sylt der absolute Spitzenreiter bei den Immobilienpreisen

von
erstellt am 11.Okt.2017 | 05:18 Uhr

Sylt ist nach wie vor Spitzenreiter bei den Preisen für Wohneigentum im gesamten Norden. Mit einem inselweiten Schnitt von 9865 Euro je Quadratmeter – und damit vier Prozent mehr als noch 2015 – für so genannte Bestandseigenheime ist Sylt die teuerste aller untersuchten Regionen in dem gestern vorgestellten Immobilienmarktatlas Schleswig-Holstein 2017 der LBS Bausparkasse. Besonders hohe Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser werden in Kampen mit durchschnittlich 21  529 Euro je Quadratmeter sowie in List (9420 Euro) und Wenningstedt-Braderup (9066 Euro) gefordert.

Ein ähnliches Bild ergibt die Studie für Eigentumswohnungen auf Sylt: Durchschnittlich müssen Käufer für eine Immobilie aus dem Bestand 6898 Euro je Quadratmeter auf den Tisch legen. Damit sind Wohnungen auf der Insel um gut fünf Prozent teurer als noch vor zwei Jahren. Die höchsten Preise landesweit gibt es auch hier in Kampen mit 14  379 Euro je Quadratmeter, gefolgt von Wenningstedt-Braderup (7230 Euro) und List (6847 Euro). Geringer, doch noch immer auf vergleichsweise hohem Niveau, liegen die Preise in den anderen Inselorten. Ein Quadratmeter Eigenheim kostet in der Gemeinde Sylt im Schnitt 8384 Euro, in Hörnum 8018 Euro – und je Quadratmeter Eigentumswohnung müssen Käufer in der Gemeinde Sylt durchschnittlich 6523 Euro oder in Hörnum 5080 Euro zahlen.

Zwar sind Sylter Immobilien anhaltend die mit Abstand Teuersten in ganz Schleswig-Holstein, aber der Trend zu steigenden Preisen hat mittlerweile den gesamten Norden erfasst: Die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen an Nord- und Ostsee sowie auf allen Inseln sind in den vergangenen zwei Jahren bis zu satten 55 Prozent gestiegen. Nur in wenigen Regionen sind Immobilien noch unterhalb von 1500 Euro je Quadratmeter zu erwerben – siehe auch unseren Artikel auf Seite 16.

Das immer größer werdende Interesse an Immobilienkäufen auf Sylt, aber auch die Unterschiede der Beliebtheit der verschiedenen Inselorte zeigen sich noch deutlicher in den Vergleichen der Entwicklung, welche die LBS seit 2011 ermittelt hat: Während die Preise bei Häusern im Inselschnitt um 22 Prozent stiegen, zeigt Kampen ein Plus von fast 50 Prozent und im Hörnumer Inselsüden zogen die Preise um nahezu 40 Prozent an. Bei den Steigerungen der Preise je Quadratmeter für Eigentumswohnungen eroberten ebenfalls Hörnum mit nahezu 60 Prozent und List mit sogar knapp 80 Prozent die Spitze noch vor Kampen, das wiederum gering vor Wenningstedt-Braderup und den Ortsteilen der Gemeinde Sylt liegt.

Die erstaunliche Steigerung im Inselnorden interpretiert der Lister Bürgermeister Ronald Benck mit der offensichtlich deutlich gestiegenen Attraktivität des Ortes: „Meiner Meinung nach liegt es daran, das List sich nun endgültig vom ehemaligen Militärstandort zu einer modernen Gemeinde gewandelt hat, die nicht nur städtebaulich Potenzial besitzt, sondern auch noch mit Natur und endlosen Stränden gesegnet ist.“

Für Peter Peters sind die Ergebnisse des LBS-Atlas grundsätzlich keine Überraschung: „Wir sehen es ja hier vor Ort jeden Tag. Die Preise steigen eben weiter, das ist einfach so“, sagt der Sylter Immobilienkaufmann. Schon 2016 sei ein „fulminantes Jahr“ gewesen, auch für 2017 erwarte er ein spannendes und sehr gutes Immobilienjahr. „Insbesondere die Inseldörfer Keitum, als das beschauliche Feriendorf mit nachbarschaftlicher Anbindung und einem intakten Dorfleben, und Wenningstedt, das sich durch das neue Haus des Gastes, durch Gosch am Kliff und die schöne Promenade zum Vorteil entwickelt hat, erfreuen sich großer Beliebtheit.“ Deshalb würden auch dort sowohl bei Wohnungen als auch bei Hausteilen und Häusern die Preise anziehen. Der Ortsteil Braderup jedoch ist für Peters noch immer ein kleiner Geheimtipp; in Kampen allerdings „wird die Luft nach oben immer dünner.“ Auch der demografische Wandel spiele bei den steigenden Sylter Immobilienpreisen eine wichtige Rolle: „Auf der Insel herrscht ein deutlicher Mangel an Angeboten für Altersruhesitze. Passende Immobilien für Senioren, ausdrücklich nicht für nur Zugereiste, sondern auch auch für ältere Insulaner, sind nur sehr schwer zu finden“, so Peters. „Dabei sind Senioren, neben Familien mit Kindern, aktuell unsere wichtigste Zielgruppe.“

Auch Jürgen Wrana bestätigt den Trend zu immer weiter steigenden Preisen: „Objekte auf Sylt bleiben stark nachgefragt. Je begehrter die Lage, desto höher der Preis pro Quadratmeter Wohnfläche“, so der LBS Immobilien-Gebietsleiter Westerland. Er empfiehlt seinen Kunden deshalb, sich außerhalb von „Hotspots“ wie beispielsweise Kampen und Wenningstedt umzuschauen. „Gerade der Markt von gebrauchten Eigentumswohnungen in Westerland oder Tinnum bietet große Möglichkeiten. Aufgrund steigender Gästezahlen ist auch hier mit einer weiteren Wertsteigerung zu rechnen.“

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