Laufsport : „Härtester Syltlauf seit 13 Jahren“

Start in Hörnum: Auf die Eiseskälte hatten sich die Läufer unterschiedlich vorbereitet.
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Start in Hörnum: Auf die Eiseskälte hatten sich die Läufer unterschiedlich vorbereitet.

Vom Start in Hörnum bis zum Ziel in List sorgten Temperaturen um null Grad und heftiger Wind für harte Bedingungen auf der Strecke

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18. März 2018, 20:16 Uhr

Die Wettervorhersage am Morgen im Radio weckte sicher bei vielen Teilnehmern des 37. Syltlaufs Zweifel: Temperaturen von ein bis zwei Grad minus, aufgrund des heftigen Ostwindes aber eine gefühlte Temperatur von minus 13 Grad. Trotzdem hielten die meisten durch. 422 Männer, 182 Frauen und 54 Staffeln – also insgesamt über 1000 Sportler – schafften es gestern ins Ziel.

Einige Teilnehmer stiegen auf der 33,333 Kilometer langen Strecke von Hörnum nach List aus dem Rennen aus und folgten dem Rat des Moderators Sönke Nielsen während der Nudelparty: „Leute, wenn ihr Probleme bekommt, dann zieht nicht mit Gewalt bis ins Ziel durch. Gesundheit geht vor.“ Auch Goetz Poetzsch von der DRK-Bereitschaft betonte: „Ein Laufabbruch ist heute wahrlich kein Ehrverlust.“

In List lautete der Tenor unter den Zuschauern: „Die Zeit vom letzten Jahr wird wohl nicht gehalten werden können.“ Doch man irrt: Nach 2:09:33 Stunden feiert Dieter Schwarzkopf (Eider-Treene-Schule) eine wunderbare Syltlauf-Premiere. Der junge Sportler aus Heide ist somit einen Tick schneller als der Vorjahressieger Jannis Kellermann (Hamburger Laufladen). Letzterer kommt diesmal als Zweiter an (2:13:01) und wirkt keineswegs enttäuscht. Die Frage, warum er diesmal nicht der Erste war, beantwortet er lachend: „Na, letztes Jahr war keiner schneller als ich. Diesmal schon.“

Die erste Rose übergibt der Vater des Syltlaufs, Franz Beilmann, an die Sylterin Sandra Morchner. Sie erreicht unter großem Applaus den Zieleinlauf als schnellste Frau und gleichzeitig als schnellste aller Sylter Teilnehmer. Sie ist für den PSV Grün-Weiß Kassel gestartet und benötigte für die Strecke 2:24:17 Stunden.

Der Sylter Henning Leppek (Tinnum 66) kommt in der Gesamtwertung auf Platz 18. „Das war mein härtester Syltlauf seit 13 Jahren“, erklärt er und strahlt dennoch. „Dieser Wettkampf ist immer wieder toll! „An jeder Ecke“ triffst du einen Bekannten und ganz oft rufen die Leute am Wegesrand deinen Namen und feuern dich an.“

So ergeht es auch der Staffel vom Schulzentrum Sylt. Die jungen Insulaner liefern sich wie im Vorjahr ein hartes Rennen mit der Gaststaffel „Hurrikan“ und verlieren sehr, sehr knapp. Die Konkurrenz ist 21 Sekunden schneller. So können die Hurrikans ihren Titel als schnellste Staffel verteidigen, auch wenn ihre Laufzeit nicht ganz so gut ist wie letztes Jahr.

Franz Beilmann erinnert sich an den Syltlauf 1990, als mehrere Läufer die Strecke unter zwei Stunden schafften. „Das ist halt Sylt“, betont ein Einzelläufer aus Hamburg. „Egal, wie gut du trainiert bist, die Sylter Brise ist unberechenbar und der Lauf jedes Mal eine Herausforderung. Aber die Strecke ist wunderschön, die Organisation super und die Stimmung total nett.“

Die schnellste Sylter Staffel „Schulzentrum Sylt“ geht auch fröhlich nach Hause: „Wir waren so nah dran, das ist doch wirklich nicht schlecht gelaufen. Und außerdem gehen wir so oder so als Gewinner nach Hause. „Wir sind nämlich heute die Sieger der Herzen.“

Alle Ergebnisse auf Seite 9 bis 11

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