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Nordseeklinik : Günstiger Sylt-Urlaub in Reha-Betten

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Die Nordseeklinik auf Sylt bietet ihren Mitarbeitern leer stehende Reha-Zimmer zur Unterbringung von Familienangehörigen und Freunden an.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 10:56 Uhr

Westerland | Dehnt die Asklepios Nordseeklinik ihre Tätigkeit nach der Reduzierung von 290 auf 150 auf Reha-Betten jetzt auch auf die Vermietung von Ferienunterkünften aus? Eine Ankündigung im aktuellen Newsletter für Klinikmitarbeiter ist zumindest wenig geeignet, solchen Mutmaßungen über die weitere Nutzung der 140 überflüssigen Betten zu begegnen.
Unter der Überschrift "Ihre Familie und Freunde sind bei uns willkommen!" heißt es da: "Urlaub auf Sylt - ein teures Vergnügen? Nicht unbedingt! Familienmitglieder und Freunde von Asklepios Mitarbeitern haben die Möglichkeit, ihre Unterkunft im Kur- oder Gartenhaus der Asklepios Nordseeklinik zu buchen. Ein Einzelzimmer kostet 35.- Euro pro Übernachtung, ein Doppelzimmer 50.- Euro (inklusive Frühstück)." Was nach einem günstigen Sylt-Urlaub für Freunde und Angehörige auf der einen und einem kleinen Nebenverdienst für die Klinik auf der anderen Seite klingt, ist nach Angaben der Geschäftsführung eigentlich als "Ersatz für fehlende Gästezimmer" in den Wohnungen vieler Mitarbeiter und nicht als neuer Erwerbszweig gedacht. "Wer hier seinen Sylt-Urlaub machen will, ist an der falschen Adresse", ist Geschäftsführer Florian Nachtwey um Relativierung der vollmundigen Ankündigung bemüht: "Wegen Renovierungsarbeiten stehen uns derzeit sowieso nur 160 Betten zur Verfügung. Wir reden also über maximal zehn bis fünfzehn Zimmer einfacher Ausstattung im Garten- und im Kurhaus. Da Patienten immer Vorrang haben, können wir Mitarbeitern erst fünf Tage vor dem gewünschten Termin eine Zusage erteilen. Längere Aufenthalte kommen nicht Frage und im Sommer wird es bestenfalls kurzfristig die Möglichkeit geben, wenn ein Patient nicht anreist." Er sieht das Angebot daher vor allem als kleine Hilfe für Klinikmitarbeiter und nicht als Konkurrenz zu anderen Vermietern.

Wie geht die Klinik mit Überkapazitäten um?


Wie die Klinik die aktuelle Überkapazität an Betten langfristig verwenden wird, steht laut Nachtwey derzeit noch völlig in den Sternen. "Erst einmal werden wir Garten- und Kurhaus bis Ende nächsten Jahres renovieren. Wie es dann weitergeht, müssen die Verhandlungen mit dem Kostenträger zeigen." Wenn der zustimmt, könne eventuell auch die Zahl der zu belegenden Betten wieder gesteigert werden. Zudem soll das attraktive Seehaus künftig vor allem für Patienten genutzt werden, die für zusätzliche medizinische Angebote selbst zahlen.
Derweil läuft der im vergangenen Jahr verkündete Abbau von rund 90 Stellen im nichtmedizinischen Bereich weiter. Bis Ende September soll er abgeschlossen sein, die Klinik selbst dann noch knapp über 300 Mitarbeiter haben. Neu eingestellt wird derweil vor allem dringend benötigtes medizinisches Personal. Allein im März und April haben sechs Assistenzärzte und -ärztinnen ihren Dienst angetreten. Personal gesucht wird nach wie vor im Medizinisch-Technischen sowie im Pflegedienst.
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