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Streit um den Syltshuttle : Günstiger Autozug: Starke Konkurrenz für die Sylt-Fähre?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Betreiber der Sylt-Fähre wollen sich von möglichen Dumpingpreisen beim Syltshuttle nicht Bange machen lassen.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2015 | 05:06 Uhr

Sylt | Die Diskussion um die Zukunft des Autozuges verfolgen momentan nicht nur Insulaner und Sylter Gäste gespannt. Auch Birte Dettmers und Tim Kunstmann warten gespannt ab, wie sich der Kampf um die lukrative Autozuglinie zwischen Niebüll und Westerland entscheidet. Denn das Ergebnis könnte für die Geschäftsführerin und den Verkaufsleiter der KG Rømø-Sylt- Linie Verwaltungs-GmbH, die die Fähre zwischen List und Havneby betreibt, Konsequenzen haben.

Noch ist nicht entschieden, ob künftig das amerikanische Unternehmen Railroad Developement Corporation (RDC) den Autozug alleine oder gemeinsam mit Konkurrent DB Fernverkehr betreibt. Doch schon jetzt kündigte RDC an, künftig Früh- und Spätzüge fahren zu lassen – und dass sich der Preis für eine Autozugfahrt bis auf ein Drittel der aktuellen Kosten reduzieren könnte. Zudem sollen die Transportkosten für Fahrzeuge über drei Tonnen mit sechs Meter Länge deutlich günstiger werden, hieß es von RDC weiter.

Sollte es dazu kommen, würden gerade solche Angebote der Fähre Konkurrenz machen – ist sie doch bisher die günstigere Alternative, um mit Pkw, Wohnmobil oder Lkw auf die Insel zu kommen. Und: Auch wenn die Sylt-Fähre ihren Umsatz nach eigenen Angaben von Jahr zu Jahr steigert – bisher macht das Unternehmen keinen Gewinn.

Bisher gibt man sich dort allerdings entspannt: „Noch ist ja nicht absehbar, wohin die Reise geht. Wird RDC den Autozug wirklich übernehmen und wird das positive oder negative Auswirkungen für die Insel haben? Diese Fragen sind ja noch offen. Für uns ist jetzt vor allem wichtig, dass die Insel keinen Schaden durch die Diskussion davon trägt“, sagt Kunstmann.

Rund 100.000 Fahrzeuge transportiert die Fähre jährlich, beim Autozug sind es 950.000. Seit rund vier Jahren setzt das Unternehmen dabei auch verstärkt auf den Transport von Frachtverkehr, bietet unter anderem frühe Abfahrzeiten für die Unternehmen an. „Der Großteil der Transporte kommt mit dem Autozug auf die Insel, doch ein nicht unwichtiger Teil kommt mit uns“, sagt Kunstmann. Zum einen ist die Fahrt eines Lkw rund 100 Euro günstiger als auf dem Syltshuttle, zum anderen würden Kunden die Zuverlässigkeit der Fähre schätzen, so Kunstmann. „Wir brauchen beides – die Transporte und den Pkw-Verkehr – um die Fähre wirtschaftlich betreiben zu können“, sagt Geschäftsführerin Dettmers. In Hinblick auf die mögliche verstärkte Konkurrenz gibt sie sich trotzdem gelassen: „Wir werden unseren Weg weiter verfolgen und gegebenenfalls auf die aktuelle Wettbewerbssituation reagieren.“

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