Asiatische Andenken : Grüße aus China: Der Sylt-Shuttle auf der Telefonkarte

Die zweite Karte zeigt den Bahnhof Westerland.
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Die zweite Karte zeigt den Bahnhof Westerland.

Kuriose Fundstücke: Ein Sammler ist im Internet auf chinesische Telefonkarten mit dem Syltshuttle gestoßen.

shz.de von
15. Januar 2015, 16:51 Uhr

Sylt | Asiatische Sylt-Andenken: Bei der Suche nach neuen Marken und Karten für seine Sammlung entdeckte ein 65 Jahre alte Franke Günter Klebes bei einer luxemburgischen Internet-Auktion zwei ganz besondere Unikate: Telefonkarten, auf die der Syltshuttle abgedruckt ist. Der Verkäufer war aus Asien. Die Karten stammen aus dem Jahr 2009, als es in Deutschland längst keine Motivkarten mehr zum Telefonieren gab. Klebes bot als einziger und ersteigerte die Karten für knapp je einen Euro. Dann hieß es lange warten bis die Post endlich beim Zollamt abgeholt werden konnte. Doch dann begann für den Sammler erst der Spaß.

„Ich versuche bei jedem Motiv auch herauszubekommen, wo es aufgenommen wurde“, erklärt er, „nun, ein Autotransportzug auf einem Damm war ja nicht besonders schwer, ebenso nicht der dazugehörige Bahnhof. Vergleichsbilder im Netz gibt es genügend.“ Es komme häufiger vor, dass auf Briefmarken und Telefonkarten aus dem Ausland Bahnen sowie Lokomotiven europäischer oder amerikanischer Herkunft abgebildet seien, so Klebes. „Die schauen sich im Internet um und verwenden Bilder, die ihnen gefallen. Lizenzen oder Urheberrechte spielen dabei keine Rolle“, erklärt er. Und es werde nicht nur in China so verfahren. Auch für Sammlerbriefmarken des afrikanischen Inselstaates Sao Tomé und Principe oder des weniger exotischen Litauens würden sich die Herausgeber gerne ohne zu fragen im Internet bedienen. Der Fotograf hat kaum Chancen, für die Verwendung seines Bildes ein Honorar einzufordern. Einem Klebes bekannten Fotografen wurde von seinem Rechtsberater beschieden, dass er im Zweifel auf den Verfahrenskosten in Höhe von mehreren Tausend Euro sitzen bleibe. „Dann lässt man es halt“, sagt er.

Glücklicher Finder: Günter Klebes aus Erlangen.
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Glücklicher Finder: Günter Klebes aus Erlangen.

Der 66-jährige Erlanger sammelt nach eigenem Bekunden begeistert „alles, was mit der Bahn zu tun hat – außer echte Lokomotiven“. Bei ihm zu Hause stehen Modelle und historische Uniformmützen – die so genannten „Rotkäppchen“– neben zahllosen selbst geschossenen Fotos und Alben voll einschlägiger Telefonkarten und Briefmarken. Daneben arbeitete der Schulbusfahrer und dreifache Vater ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission, als Hobby nennt er „Bahn fahren“, und selbst auf Hochzeitsreise ist er vor 31 Jahren mit dem Glacier-Express in der Schweiz gefahren.

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