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Velo-Taxis auf Sylt : Grüne Inselbotschafter auf drei Rädern

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auf den Straßen der Insel: Sylts Bürgermeisterin Petra Reiber testet eines der drei Sylter Velo-Taxis.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2014 | 05:53 Uhr

Das Antreten ist im ersten Moment ungewohnt. Dann mit dem Hebel am Lenker Gas dazu geben – und plötzlich fährt das Velotaxi fast wie von selbst. Gut, ganz so ist es dann doch nicht, ein bisschen Muskelkraft gehört schon dazu, vor allem, wenn man lange Strecken fährt, aber im Grunde kann das jeder, erklärt Stephan Seegers von Velotaxi Sylt. Seine drei Inselcruiser sind als Fahrräder zugelassen, sodass sie auf Radwegen und auf der Straße fahren dürfen. Mit bis zu 38 Kilometern pro Stunde tuckern die Velotaxis über Sylt.

„Es ist wie Fahrradfahren, aber man sitzt wesentlich bequemer“, sagt Petra Reiber. Die Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt hat sich selbst für ein kurzes Stück des Weges in den Fahrersattel geschwungen. Als geübte Radfahrerin fällt es ihr nicht schwer, auch wenn das Gefährt mit zusätzlichem E-Motor ausgestattet ist und doch deutlich breiter ist als ein Fahrrad. Direkt an der Promenade beim Hotel Miramar dreht sie ihre Runden mit dem Velotaxi. „Es ist gar nicht so schwer, lenkt sich nur etwas anders.“ Für die Bürgermeisterin ist es die erste Tour mit einem Velotaxi, und sie findet sowohl als Fahrerin als auch als Fahrgast Gefallen daran. Dass die Velotaxis mit Muskelkraft und Elektro-Unterstützung fahren, findet sie gut. Während Stephan Seegers das Gefährt wieder durch die Straßen lenkt, fällt Petra Reiber auf: „Das dient ja gleichzeitig auch der Verkehrsberuhigung.“

Seine Fahrer und er seien immer bemüht, nicht als Verkehrshindernis rüber zu kommen, so Stephan Seegers. „Wir haben ja Rückspiegel. Wir fahren oft zur Seite, winken die Leute vorbei, wenn es passt und sind immer freundlich.“ Man wolle auch ein wenig grüner Inselbotschafter sein. Die Aufmerksamkeit ziehen seine Velotaxis auf jeden Fall auf sich. Passanten, Radfahrer, eigentlich werfen fast alle der Mischung aus Fahrrad, Kutsche und Papamobil interessierte Blicke zu.

Auf dem Dünenradweg zwischen Westerland und Wenningstedt wird es dann etwas enger. „Passt das wirklich?“, fragt die Bürgermeisterin etwas entgeistert. Es passt. Stephan Seegers schlängelt sich mit dem Velotaxi durch den Verkehr. Als er flott an eine Ampel heranfährt und auf die Fußgängerampel drückt, muss Petra Reiber schmunzeln. Die Velotaxis sind eben doch noch nichts alltägliches auf Sylt. Langsam sollen sie sich ins Ortsbild fügen. Zumindest bei Hochzeiten sind sie jetzt schon hoch im Kurs. Die Brautpaare werden zu Hause abgeholt, zum Standesamt gefahren.

Die klassische Nutzung, wenn man davon im zweiten Jahr auf Sylt schon sprechen kann, ist aber die Inselrundfahrt. Neben den Rundtouren werden die E-Fahrzeuge auch ab und an für Kurzstrecken genutzt. „Wir haben das Taxi zwar im Namen, aber wir können und wollen den normalen Taxen keine Konkurrenz machen“, betont Stephan Seegers. In der Tat, es ist langsamer, etwas ruckeliger und auch etwas windiger. Dennoch fühlt man sich irgendwie besonders, ein bisschen wie ein Promi – wohl auch deshalb, weil alle gucken.

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