Sylter Umweltschutz : Großreinemachen am Strand

Auf Müll-Suche: Mara Voelmy, Hanife Capan, Felix Koch und Kaya Ipsen. Fotos: Sylt Connected
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Auf Müll-Suche: Mara Voelmy, Hanife Capan, Felix Koch und Kaya Ipsen. Fotos: Sylt Connected

Aus Anlass des „International Coastal Cleanup Day“ räumten Freiwillige an vier Standorten der Sylter Küste auf

shz.de von
16. September 2018, 14:25 Uhr

Seit über 30 Jahren ruft die US-Umweltorganisation Ocean Conservatory zur größten freiwilligen Meeresschutzaktion auf – dem „International Coastal Cleanup Day“, bei dem jedes Jahr Tausende Helfer weltweit die Ufer von Meeren, Seen und Flüssen von Unrat befreien. Der internationale Küstenputztag wurde auch auf der Insel Sylt genutzt, um überall an der Westseite der Insel Strände von angeschwemmtem und zurückgelassenem Müll zu säubern. Am Sonnabend bewaffneten sich Gruppen an vier Standorten mit Handschuhen und großen Müllsäcken, um all das einzusammeln, was nicht an den Strand gehört.

In List kümmerte sich das Erlebniszentrum Naturgewalten um den Weststrand, am Klappholttal übernahm die Naturschutzgemeinschaft Sylt das Kommando, an der Arche Wattenmeer führte ein Team der Schutzstation Wattenmeer die Säuberung an und in Rantum zog die Plastik Crew mit ihren Helfern Richtung Süden. Letztere besteht aus Schülern des Schulzentrums Sylt, die gegen die Verschmutzung der Meere aktiv werden wollen und sich – mittlerweile als offizielle AG unter der Leitung ihres Lehrers André Querbach – über das Schuljahr an vielen Umweltschutzaktionen beteiligen oder sie gar selbst ins Leben rufen. Den International Coastal Cleanup Day möchten die Jugendlichen mit vielen anderen Freiwilligen nicht nur nutzen, um das Problem vermüllter Strände aktiv anzugehen, sondern auch auf die Problematik aufmerksam zu machen: „Wir sind einfach genervt davon, dass so wenige etwas dagegen tun“ erklärt Schüler Felix Koch. „Deshalb haben wir mit unseren Mitschülern die Plastik Crew gegründet und werden selbst aktiv.“

Neben angeschwemmten Schiffstauen, Plastikflaschen und nicht mehr identifizierbaren Kleinteilen füllte die Plastik Crew ihre Sammeltüten vor allem mit zahlreichen großen Paraffinbrocken: Diese gelangen ins Meer, wenn große Transportschiffe die Rückstände in ihren Tanks – ganz legal – auf dem offenen Meer ausspülen. Welche Auswirkungen diese Praxis auf die Natur und die Tierwelt hat, ist noch nicht abschließend geklärt – gerade für Tiere ist die Gefahr jedoch hoch, die Brocken mit Nahrung zu verwechseln und zu fressen. Ähnlich wie bei Plastikmüll führt das dazu, dass im Magen der Tiere kein Platz mehr für ihre eigentliche Nahrung bleibt, und sie elendig verhungern. sc

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