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Mit Video : Großfeuer vernichtet Wenningstedter Strandkorbhalle

vom

Über 100 Feuerwehrleute waren in der Nacht zu Sonnabend im Einsatz, um die lichterloh brennende Halle zu löschen. Verletzt wurde niemand.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2014 | 10:52 Uhr

Gegen 23 Uhr am Freitagabend wurde der erste Alarm ausgelöst – auch bei Henning Sieverts, dem Wenningstedter Tourismusdirektor, selbst ein freiwilliger Feuerwehrmann. „Da ahnte ich noch nicht, wo genau was brannte.“ Doch schnell war klar: die Strandkorbhalle steht in Flammen. „Bereits als wir losfuhren, konnte man den Brand riechen“, sagte Andreas Petersen, der stellvertretende Amtswehrführer. Als die Feuerwehrleute das große Gebäude beim Wenningstedter Campingplatz erreichten, hatte sich das Feuer in der Halle schon so stark ausgebreitet, dass nur noch von außen gelöscht werden konnte. „Zum Glück konnte aber der südliche Gebäudeteil mit den Büros des Tourismusservice  und auch der Werkstatt gehalten werden“, sagte Petersen.

Die Strandkorbhalle selbst brannte jedoch bis auf die Grundmauern runter. Vieles verschmolz unter der starken Hitzeeinwirkung, große Teile der Wellblechkonstruktion brachen in sich zusammen. In der Halle lagerten bereits zirka 1500 Strandkörbe, die ins Winterquartier geräumt wurden. „Die sind alle verbrannt“, sagt Henning Sieverts. „Rund drei Viertel unseres Bestandes wurden zerstört.“ Auch ein großer Radlader sowie ein Transporter des Tourismusservice fielen den Flammen zum Opfer. Ein Trecker und einige andere Fahrzeuge des Wenningstedter Bauhofs, die in der Halle untergebracht waren, konnten dagegen noch rechtzeitig herausgefahren werden.

Verletzt wurde bei dem Großeinsatz, zu dem Wehren aus Kampen, Westerland und auch Tinnum nachalarmiert werden mussten, niemand.  Insgesamt 100 Feuerwehrleute waren bis weit in die  Morgenstunden im Einsatz. Für den massiven Löscheinsatz musste zeitweise sogar zusätzliches Wasser aus dem Wenningstedter Dorfteich gepumpt werden. „Unsere Sorge galt vor allem den etwa 200 Urlaubern auf dem Campingplatz“, berichtete Sieverts.  „Denn zunächst zog starker Rauch in deren Richtung. Deshalb mussten sich alle am Versorgungsgebäude versammeln und wurden vom DRK betreut. Kurze Zeit später drehte sich zum Glück der Wind und die Gäste konnten in ihre Zelte und Wohnwagen zurückkehren.“

„Die Zusammenarbeit unter den Wehren war astrein", lobte Wehrführer Petersen – und auch Henning Sieverts dankte ausdrücklich allen Kameraden und Helfern. Wie es zu dem Feuer kommen konnte, ist derzeit unklar. Die Kriminalpolizei hat das Gelände beschlagnahmt, Anfang der Woche kommen Spezialisten vom Festland. Auch zur Schadenshöhe gab es bisher keine Angaben: laut Tourismusdirektor Sieverts geht es sicher in die Millionenhöhe.

Hart getroffen hat es auch das Strandrestaurant Wonnemeyer – denn in einem Teil der Strandkorbhalle befand sich das Büro mit der gesamten Firmenlogistik: „Alle Unterlagen, Akten, Karteien sind verbrannt“, sagte Inhaber Rüdiger Meyer. „Außerdem hatten wir dort auch einen Großteil unserer Vorräte und unser Weinlager untergebracht.“ Erst zu Beginn der Sommersaison wurden unten am Strand die letzten Folgen der schweren Schäden durch die Orkane Xaver und Christian beseitigt. Damit die Vorratsräume unter dem Strandrestaurant nicht erneut durch Stürme zerstört werden, hatte sich Meyer für eine Lösung  oben in der Strandkorbhalle entschieden: „Tja, und jetzt: alles vernichtet“, erklärte er enttäuscht. Für die nächsten Tage muss  sämtlicher Betrieb für die Gäste erstmal eingestellt werden. Wie Tourismuschef Sieverts, hofft auch Meyer, dass Kripo und Versicherungsunternehmen bald vor Ort sind: „Vorher lässt sich überhaupt nicht sagen, wann es wie weitergeht.“

 

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