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Asylbewerber auf Sylt : Große Pläne für Flüchtlings-Projekt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Sylter setzt sich für ein Integrations-Kolleg im ehemaligen Jugendaufbauwerk in Hörnum ein.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2015 | 06:02 Uhr

Seitdem die Sylter Werkstätten im vergangenen August in ihren Neubau an den Fliegerhorst gezogen sind, steht das ehemalige Jugendaufbauwerk (JAW) am Ortseingang des südlichen Inselortes leer.

Geht es nach Bernd Frühling, der sich mitt für die Integration der auf der Insel lebenden Asylbewerber, Flüchtlinge und Migranten einsetzt, soll sich das aber bald ändern. Im Rahmen seines Projekts „Integrations-Kolleg-Sylt“ (IKS) möchte er die Liegenschaft, deren Eigentümer das Land Schleswig-Holstein und deren Verwalter die Gemeinde Sylt ist, für Asylbewerber zugänglich machen. Mit einem entsprechenden Konzept hat sich Frühling per Mail an das Land und die Gemeinde Sylt gewandt, mit der Bitte, die Umsetzung zu ermöglichen.

Frühling geht es bei dem IKS-Projekt nicht nur um die reine Unterbringung der Asylbewerber, sondern um eine integrative Vorbereitung der Flüchtlinge auf das eigenständige Berufsleben auf der Insel. „Es soll kein Unterbringungsghetto entstehen“, so Frühling, „sondern ein innovatives, integratives, zukunftsweisendes Asylprojekt mit Modellcharakter auch für andere Bundesländer, das die Asylbewerber sogar noch auf den Sylter Arbeitsmarkt vorbereiten könnte.“

Bevor die Sylter Werkstätten in der Liegenschaft unterkam, wurden im JAW Jugendlichen auf das Berufsleben vorbereitet. In diesem Sinne sieht auch Frühling die weitere Nutzung: „Fachkräftemangel ist auf der Insel immer wieder ein wichtiges Thema. Im IKS könnte auch ein Hotelübungsbetrieb entstehen, in dem die Asylbewerber Grundkenntnisse im Service oder für Küchenarbeiten erlernen können.“ Er hoffe daher auch auf finanzielle Unterstützung der Sylter Hotels und finanzkräftigen Sylter Unternehmen, bei denen die Asylbewerber dann arbeiten könnten.

„Das Projekt könnte die Lösung für einige Probleme auf der Insel sein“, erklärt Frühling, „das drängende Unterbringungsproblem, die unzureichende Sprachförderung inklusive Integrationskurs könnten in dem Objekt vereint werden.“ Sein Konzept sieht unter anderem einen Übungsbetrieb mit Büro, Küche und Hauswirtschaft als Berufsvorbereitung vor sowie Integrationskurse für Asylbewerber und Flüchtlinge, zertifizierte Deutschkurse und Berufsvorbereitungskurse mit dem Schwerpunkt auf Hotel und Gastronomie. Daneben möchte er in dem IKS eine Sportschule, politische Bildungskurse und einen Vorbereitungskurs auf den Einbürgerungstest anbieten.

Das Finanzministerium Schleswig-Holstein reagierte zunächst zurückhaltend auf die ehrgeizigen Pläne Frühlings: „Die Liegenschaft befindet sich gerade im Übergang zwischen dem zuständigen Fachministerium für Schule und Bildung und dem Finanzministerium in seiner Eigenschaft als Liegenschaftsverwalter des Landes“, erklärt Eugen Witte, Sprecher des Finanzministeriums, „dementsprechend kann ich zurzeit noch keine Angaben zum Zustand der Liegenschaft und auch ihrer weiteren Verwendung machen.“ Generell freue man sich aber über das Engagement Frühlings, eine inhaltliche und fachliche Bewertung seines Konzeptes könne das Ministerium aber nicht leisten.

Gabriele Gotthardt vom Ordnungsamt der Gemeinde Sylt lobt ebenfalls die Idee, sieht dahinter allerdings noch kein ausgefeiltes Projekt: „Das Konzept von Herrn Frühling ist bisher nur eine Gedankenskizze, die für die tatsächliche Umsetzung noch zu unkonkret ist.“

 

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