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Küstenschutz : Große Deichschau von Nösse bis nach Rantum

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wichtiges Treffen vor Beginn möglicher Sturmzeit im Herbst / Distelplage soll probeweise mit Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden

Die Distelplage an der Außenseite des Nössedeichs soll künftig auch mit Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden. Das ist eines der Ergebnisse der Herbstdeichschau, die vergangenen Mittwoch auf der Insel stattfand. Alfred Mordhorst vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) hatte wieder zur traditionellen Bereisung von Morsum nach Rantum geladen, Teilnehmer waren unter anderem „Deichgraf“ Björn Christiansen, Gabriele Gotthardt vom Ordnungsamt, Manfred Uekermann vom Landschaftszweckverband sowie Landwirte und Grundstückseigentümer.

Letztere kritisieren seit Jahren , dass ihrer Meinung nach nicht ausreichende, zu „sanfte“ Vorgehen des LKN gegen die Distelplage, sagte Mordhorst. Bislang sei am Deich gemulcht, aber nicht gemäht worden. Dadurch bleibe das Gras auf Knöchelhöhe stehen, auch als Schafsfutter. Weil jedoch immer mehr Saat dieser „sehr erfolgreichen“ Pflanze über den Deich auf die Außenseite geweht würde, habe man sich jetzt auf einen Kompromiss geeinigt: probeweise soll im Nössebereich Ost der Einsatz von Chemikalien getestet werden, die zwar die lästigen Disteln, nicht aber das Gras für die Schafe vernichten.

Nächste Problem-Station war das Deckwerk Höhe Archsum: Dort haben sich seewärts die Steinkanten abgesenkt und die Basaltsäulen geneigt. Ob es neue Bewegungen gibt, wird weiter beobachtet. „Wir prüfen natürlich, wo genau das Deckwerk weich wird“, versprach Mordhorst. „Sonst droht ja auf kürzere oder längere Zeit, vereinfacht gesagt, ein Loch im Deich!“

Optisch am eindrucksvollsten waren die Besichtigungen der Sielanlagen am Rantumbecken. Bei Ebbe demonstrierte der Sylter Sielwart Sven Paech den Teilnehmern der Deichschau, mit welcher Kraft das Wasser aus dem Binnensee in das Außentief des Wattenmeers strömt. Durch die Öffnung der Sieltore wird nicht nur das aufgestaute Wasser abgelassen, sondern auch das Sediment herausgespült, damit die Abflussrinne nicht zuschliert und in ihrer Funktion erhalten bleibt.

Bisher gibt es nur ein Sielwerk im Deich des Rantumbeckens – Alfred Mordhorst rechnet jedoch damit, dass in zehn, 15 Jahren ein weitere Anlage erforderlich sein könnte. Der Grund: „Durch den Klimawandel wird es künftig mehr Niederschläge geben, die eine Erhöhung des Niedrigwasserhorizontes zur Folge haben. Außerdem führt die zunehmende Versiegelung in den Ortsteilen dazu, dass die Regenwassermengen, die in das Becken geleitet werden, deutlich ansteigen.“

„Ansonsten herrschen an den Sylter Deichen vernünftige Zustände“, resümierte Alfred Mordhorst. „Alle Beteiligten leisten eine sehr ordentliche Arbeit.“ Und die alljährliche Herbstdeichschau sei auch ein wichtiges Treffen, um vor Ort eventuell neue Akteure kennen zu lernen, mit denen man später im Notfall zu Sturmzeiten telefonieren muss.

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erstellt am 25.Sep.2014 | 18:03 Uhr

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