Rechnungshof : Größere Kreise sind wirtschaftlicher

Größere Kreise sind nach Angaben des Landesrechnungshofs (LRH) grundsätzlich wirtschaftlicher zu verwalten als kleinere.

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25. Juni 2013, 08:44 Uhr

Kiel | Je mehr Einwohner ein Kreis hat, desto geringer fielen beispielsweise die Personalausgaben pro Kopf aus, sagte Claus Asmussen, Mitglied des Senats des Rechnungshofs, am Montag in Kiel.
Der Landesrechnungshof hat erstmals eine vergleichende Prüfung aller elf Kreise durchgeführt. Demnach kam der einwohnerstarke Kreis Rendsburg-Eckernförde mit 76 Euro pro Einwohner aus, im dünn besiedelten Kreis Dithmarschen betrugen die Personalkosten 119 Euro pro Einwohner. Vor diesem Hintergrund sei bedauerlich, dass die Landesregierung größere Kreise lediglich auf freiwilliger Basis und ohne Gewährung finanzieller Anreize anstrebt, sagte der Vizepräsident des Rechnungshofs, Aike Dopp.

Personalausgaben eingespart

Einige Kreise, wie Pinneberg, der trotz seiner Größe hohe Personalausgaben hat, haben das Ergebnis zum Anlass genommen, die Ausgabenstruktur zu überprüfen. Auch der Kreis Dithmarschen habe im Laufe der Prüfung die Zahl der Stellen um 18 reduziert und Personalausgaben von einer Million Euro eingespart, heißt es im Bericht. Viele Kreise beabsichtigten, höherwertige Stellen zu verringern und Planstellen restriktiver auszuweisen. Höherwertige Stellen in niedriger dotierte umzuwandeln, ginge in den kommenden Jahren problemlos, da dann viele Beamte in Pension gingen, sagte Dopp. Es verlöre also niemand seine gut bezahlte Position.
Der Landkreistag hatte in seiner im Bericht veröffentlichten Stellungnahme die Kategorisierung nach Einwohnerzahlen als nicht zielführend bezeichnet. Viel wichtiger sei die Einwohnerdichte. Diese Behauptung ist nach Angaben des Landesrechnungshofs nicht belegt worden. 2009 hatte die damalige CDU/SPD-Landesregierung Pläne für eine Kreisreform aufgegeben, nachdem sich vor allem Kommunalpolitiker von der Westküste dagegen ausgesprochen hatten.

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