Kult-Fischrestaurant auf Sylt : Gosch in Westerland wird runderneuert

So könnte es 2019 aussehen: Diese Illustration der künftigen Bebauung an der Boysenstraße wurde Montag im Bauausschuss öffentlich.
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So könnte es 2019 aussehen: Diese Illustration der künftigen Bebauung an der Boysenstraße wurde Montag im Bauausschuss öffentlich.

Die Bauarbeiten an der Ecke Friedrichstraße/Boysenstraße auf Sylt könnten sogar schon im Januar beginnen.

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13. Dezember 2017, 05:16 Uhr

Westerland | Gosch baut neu – das beliebte Lokal inmitten der Fußgängerzone steht vor einer langen Umbaupause. Am Montag gab der Bauausschuss der Gemeinde seinen Segen, nun hat die Kreisbaubehörde das letzte Wort. Im Januar könnte der Umbau an der Ecke Friedrichstraße/Boysenstraße schon beginnen, teilte Florian Gosch unserer Zeitung mit.

Bereits seit 1984 betreibt das Lister Fischunternehmen ein Geschäft in der Westerländer Friedrichstraße. Heute sind es an der Ecke Boysenstraße genau genommen vier Filialen – links beginnend mit Gosch’s Kneipe (Friedrichstraße 15), dann das Schlemmer-Eck (Friedrichstraße 15a) und, mit der Front zur Boysenstraße, das Fisch-Bistro Anna Gosch (Friedrichstraße 15b) und schließlich am rechten Ende der Gosch-Markt (Boysenstraße 1).

Das Haus mit dem Gosch-Markt, die Villa Erk, steht mittlerweile ebenfalls im Gosch-Eigentum. Nur das Haus Friedrichstraße 15 gehört Gosch nicht – und das macht den Umbau etwas komplizierter. Hier muss Gosch mit der Gemeinde Sylt und der Henner-Krogh-Stiftung verhandeln. In dem Haus ist unten Gosch’s Kneipe untergebracht, von einer jährlichen Pachtsumme von 60 000 Euro war die Rede. Das marode Obergeschoss steht aber leer, seit der Kreis die Nutzung der beiden Wohnungen untersagt hat.

Schon seit März 2013 bemüht sich Gosch um die Genehmigung für den Abriss und den Neubau des Eckkomplexes. Doch die geplante Geschosshöhe und die Fassadengestaltung waren der Politik stets ein Dorn im Auge. Mit den jüngsten Plänen des Westerländer Architekturbüros Schlums und Franzen konnten sich die Gemeinderäte jedoch anfreunden. Schlums und Franzen gestalteten bereits Gosch-Bauten in List und Wenningstedt.

Die Illustration der Architekten zeigt einen modernen Bau, mit roten Ziegeln und viel Glas. Das Henner-Krogh-Haus links wird zwar nur saniert, aber um den bislang freiliegenden Innenhof dahinter erweitert. Eigentümer bleibt zwar die Gemeinde, doch der Pächter übernimmt den Bau.

Das Henner-Krogh-Haus (l. mit dem weißen Giebel) soll saniert, der Anbau von Gosch soll abgerissen und neu errichtet werden.
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Das Henner-Krogh-Haus (l. mit dem weißen Giebel) soll saniert, der Anbau von Gosch soll abgerissen und neu errichtet werden.
 

Nach außen vermittelt die Fassade den Eindruck von unterteilten Häusern, aber im Innenraum ist alles aus einem Guss: Der überbaute Innenhof wird künftig für den Küchenbereich im Erdgeschoss und für den Sanitär- und Personalbereich im Obergeschoss genutzt. Die urige Kneipe soll weiterhin einen Platz im Erdgeschoss des Henner-Krogh-Hauses bekommen. Rechts schließen sich in den Neubauplänen ebenfalls das Schlemmer-Eck und das Bistro an. Neu ist, dass die Gäste auch im Obergeschoss Platz nehmen können. Die Villa Erk bleibt davon getrennt. Das Gebäude wird nur im Erdgeschoss saniert, wo die Kunden auch künftig im Gosch-Markt einkaufen können.

„Ich bin froh, dass es jetzt bald losgeht“, freut sich Uwe Tiedjen, Kuratoriumsvorsitzender der Henner-Krogh-Stiftung – fünfeinhalb Jahre hätten die Verhandlungen gedauert. Für die Stiftung ist das Gosch-Investment eine Win-Win-Situation. Gemeinde und Stiftung profitierten von der Pachtzahlung, die durch die um 200 Quadratmeter größere Nutzfläche deutlich steigen werde. Gemeinde und Gosch hätten einen 30jährigen Pachtvertrag vereinbart. Damit werde auch das heruntergekommene Henner-Krogh-Haus endlich wieder so aussehen, wie zu Lebzeiten des Sylter Musikers.

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