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Hotelier des Jahres : Gordon Debus vom Sylter Hotel A-Rosa ist "Hotelier des Jahres"

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Hotel- und Restaurantführer der „Große Bertelsmann“ zeichnet den Hoteldirektor aus.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 05:28 Uhr

Er wusste es schon sehr früh. Und es war auch sehr klar, dass es etwas werden würde. Hoteldirektor sein, das war Gordon A. Debus unerschütterliches Berufsziel. Wie bei anderen Jungs Bilder von Fußballstars hängen, hing in seinem Zimmer ein Bild von Kurt Wachtveitl, der in den 1990er Jahren als Hotelier zu den besten der Welt zählte. Die Geschichte über den stets elegant gekleideten Manager gepaart mit der Atmosphäre eines Luxushotels - Wachtveitl war Chef in einem der berühmtesten Hotels der Welt, im The Oriental in Bangkok - faszinierten Gordon Debus auf Schlag als er das Feature über den Mann im „Stern“ las, der nicht nur perfekt die Luxus-Hotellerie beherrschte, sondern auch mit geisteswissenschaftlichen Studien in Rom, London und Madrid punkten konnte.

Bei so einem Vorbild war für den gebürtigen Hagener klar, dass sein Weg, seine berufliche Zukunft in der Luxushotellerie liegen würde. Dabei kannte er Hotels nur von außen und aus Zeitschriften. Urlaub machte seine Familie vorzugsweise in einer Ferienwohnung in List. Die erste, frühe Begegnung mit Sylt, ja mit dem Inselort, an dem Gordon Debus seit gut vier Jahren die Geschicke des 2010 eröffneten A-Rosa-Resort lenkt.

Begleitet von kritischen Stimmen über die Größe des Hotels leistet sich das 177-Zimmer-Haus in seiner Eröffnungsphase auch noch eine demonstrative Distanz zu den Insulaner, versuchte sich mit Schranke und Abwehrhaltung gegen einen vermuteten Ansturm von Sehleuten zu sichern. Als Gordon Debus ein gutes Jahr nach dem Eröffnungsdesaster als Direktor das Haus übernahm, änderten sich Stil und Verhalten des Hotels schlagartig. Debus suchte und fand schnell den Kontakt zur Insel, zu den Listern und zu seinen Mitbewerbern in der Sylter Luxushotellerie. Bei manchem dauerte es länger, bei anderen war schnell klar, dass sie den international erfahrenen Kollegen als „netten, kooperativen Kerl“ kennen und schätzen lernten. Fast aus dem Stand gelang dagegen die Positionierung des Hotels als kulinarischer Hotspot. Mit ihren Restaurants La Mer und Spices gewann das A-Rosa in kürzester Zeit wichtige Auszeichnungen und Michelin-Sterne. Als Direktor, gelernter Koch und leidenschaftlicher Gourmet freute sich Debus für seine Star-Köche und das mit ihnen verbundene positive Image. Als Manager des Hauses, der auch die Belegungsraten und die Kosten im Blick behalten muss, erkannte er und die zentrale A-Rosa- Geschäftsführung zunehmend, dass sich die Dinge ändern müssen, weil die Gäste die Sterne-Gastronomie zwar lobten, aber nicht buchten. Dafür fehlten Freizeitangebote, Anreize, im Hotel zu verweilen, sich dort ungezwungen, aber auf Luxusniveau unterhalten und umsorgt zu fühlen.

Debus änderte das Konzept, investierte in neue Freizeitangebote, schloss das La Mer, optimierte seine anderen Restaurantangebote und achtete zugleich darauf, dass die 5-Sterne-Superior-Qualität unangetastet blieb. Der Change gelang. „Heute haben wir jeden Abend volle Restaurants und eine Belegungsrate von 83 Prozent im Jahresdurchschnitt“. Es ist auch diese klare Konsequenz, der Mut und das Risiko zum Wandel, der sich aus Weitsicht und Entschlossenheit nährt, die Debus für den Hotel- und Restaurantführer der „Große Bertelsmann“ zum Hotelier des Jahres machen. Ein guter Gastgeber - und das will Debus unbedingt sein - wird man aber nicht als reiner Stratege und Zahlenmensch. Dazu gehören Ausstrahlung, Verbindlichkeit, Menschenkenntnis und Führungsqualitäten. Wer den stets sehr elegant, aber auch dezent gekleideten 40-jährigen Hotelfachmann in seinen Haus erlebt, beobachtet, wie er sich gegenüber seinen Gästen und Mitarbeitern verhält, spürt schnell die Ruhe, die er ausstrahlt, sein Vermögen, präzise und doch mit kalkulierter Gelassenheit freundlich Auskunft oder Anweisungen zu geben, sich selbst nie zu sehr in den Vordergrund zu spielen, sondern auf sein Gegenüber zu hören. „Als Gast soll man sich hier rundum wohl und umsorgt, als Mitarbeiter stets ernst genommen und geschätzt fühlen“, lautet Gordon Debus' Credo.

Es ist bekannt, dass Menschen in der Hotellerie und Gastronomie viel, ja sehr viel arbeiten. Auch der Arbeitstag von Gordon Debus hat mindestens 12 Stunden. „Und doch ist es für mich immer noch mein Traumjob. Ich freue ich mich, all die Widrigkeiten und Herausforderungen gemeistert zu haben, die es durchaus gibt, wenn man Erfolg in der Top-Hotellerie haben will. Man wird belohnt mit vielen interessanten Begegnungen, kann Menschen, Länder, Kulturen und Sprachen kennenlernen“, schwärmt Gordon Debus und freut sich, dass er damals den Artikel im „Stern“ gefunden hatte, in dem die Geschichte über Kurt Wachtveitl stand, die seinen Lebensweg geprägt hat.

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