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Sylter Rundschau

19. November 2017 | 13:42 Uhr

Strandgut : Glänzendes Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Kommentar von Michael Stitz, Chefredakteur der Sylter Rundschau

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2017 | 13:53 Uhr

Ganz vorsichtig, bitte! Und bitte nur mit Glacéhandschuhen berühren! Was für eine Sensation! Ein richtiger Silber-Schatz aus Sylter Boden. Die ganze Republik elektrisierte diese Nachricht der vergangenen Tage und brachte Sylt glänzende Schlagzeilen.

Da lag er nun auf blauem Tuch und als medialer Kracher vom hoch geschätzten Chefarchäologen des Landes und Landesmuseumsdirektor, Claus von Carnap-Bornheim, und Kulturministerin Karin Prien im Blitzlichtgewitter einer staunenden Öffentlichkeit präsentiert. Wikingerschmuck vom Feinsten. Da steigen Bilder auf, werden Fantasien geweckt, wird ein bedeutender Teil der Inselhistorie auf glänzende Weise sicht- und greifbar.

Dem Landesmuseum auf Schloss Gottorf ist mit der feierlichen Präsentation des Sylter Silberschatzes eine bundesweite mediale Präsenz gelungen, wie sie das im Megaumbau befindliche Museum lange nicht mehr erlebt hat. Und Sylt ist dabei auf eine Weise mit in die Schlagzeilen gekommen, für die sich die Insel nur herzlich bedanken kann! Danke Gottorf für diese großartige Arbeit!

Doch wer unsere Zeitung regelmäßig liest, weiß schon seit knapp einem Jahr um die kostbare Ringfibel, dem zentralen Schatz-Objekt, das einst ein Morsumer Bauer auf seinem Acker fand, aber Jahrzehnte lang lieber als geheime Verschlusssache verwahrte. Erst der Sylter Arzt, dem der Landwirt sein Geheimnis plus Schatz aus Dankbarkeit und wohl auch mit der klugen Annahme, dass der Doktor schon wissen wird, was mit dem schönen Teil anzufangen ist, brachte den Fund ans Licht und ließ einen renommierten Archäologen das gute Stück wissenschaftlich betrachten und bewerten.

Eine Sensation – war die klare Erkenntnis. So wurde darüber auch von der Sylter Rundschau berichtet. Davon aufgeschreckt, machten sich die Gottorfer Archäologen auf dem Morsumer Silber-Acker auf die Suche nach mehr. Ergebnis bekannt. Toll, toll, toll! Und noch mal Danke Gottorf, Danke liebe Landes-Archäologen für die gründliche Arbeit und den grandiosen Auftritt, den ihr dem Sylter Schatz bereitet habt! Jetzt darf die Insel sicher hoffen, dass auch Gottorf alles daran setzen wird, dass dieser wunderbare Fund, dieses kostbare Stück Sylter Identität hier seine würdige Präsentation in unserem Heimatmuseum (!) findet. Die Insel und viele ihrer Liebhaber sind dazu schon seit der ersten Nachricht von der Ringfibel bereit, großzügige Spenden bereits avisiert.

Spätestens nach der Gottorfer Schatz-Inszenierung muss aber auch allen Syltern klar sein, welchen Wert der Bauer einst fand, der Arzt erkannte und der Insel schenkte und welche Investition es jetzt (unverzüglich!) zu realisieren gilt, um den Sensationsfund sensationell zu präsentieren.

Seit Montag wissen wir, welche Freude er stiftet, welche Aufmerksamkeit er erregt. Da braucht es nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, welche Aufwertung unser Museum durch die Schatz-Präsentation erfahren würde. Sylt hat schon viel zu bieten, aber ein solches kulturelles Highlight, ein so feines, wunderbares, glänzendes Stück Sylter Geschichte ist einmalig und gar nicht hoch genug zu bewerten!

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