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Sylt : Gespräch wegen Bahn-Chaos: Reinhard Meyer kommt zu spät und hat schlechte Nachricht

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Der Minister erlebte hautnah mit, vor welche Probleme Bahnfahrer nach Sylt gestellt werden.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 15:52 Uhr

Sylt | Landesverkehrsminister Reinhard Meyer hat die Probleme beim Bahnverkehr nach Sylt hautnah mitbekommen. Zu einem Gespräch mit Sylter Geschäftsleuten und Pendlern zur Anbindung der Insel kam der Zug des SPD-Politikers 20 Minuten zu spät an. „Es war unangenehm, dass wir zweimal den Bahnsteig wechseln mussten“, schilderte Meyer die Situation am Abfahrtsbahnhof Niebüll. Und dann hatte Meyer auch noch eine unangenehme Nachricht im Gepäck.

Die aus dem Verkehr gezogenen 90 Personenwaggons werden nun doch nicht bis bis Ende März repariert sein können – das Problem wird noch „über den Sommer“ dauern. Doch kaum jemand hatte vom Ministerbesuch etwas anderes erwartet, auch nicht drei Monate vor einer Landtagswahl.

Um die stillgelegte Flotte von 90 Waggons wieder in Betrieb zu nehmen, würden Gutachten erarbeitet. „So wie es aussieht hat die Hälfte der Kupplungen Schäden“, sagte der Chef des Nahverkehrsverbunds Nah. SH, Bernhard Wewers.

Wegen der Ende 2016 noch vom vorherigen Betreiber, der Nord-Ostsee-Bahn (NOB), aus dem Verkehr gezogenen Waggons ist vor allem der Komfort auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Sylt stark beeinträchtigt. Die 108 veralteten Ersatz-Waggons ärgern die Bahnfahrer. „Prähistorisches Material und Fahrpreise aus 2017, das passt nicht zusammen“, ärgerte sich deshalb Achim Bonnichsen, der eine Pendler-Gruppe organisiert.

Wewers betonte jedoch, dass - mit Ausnahme der ersten Januarwoche - die Pünktlichkeit trotz der alten Wagen gut sei: „über 95 Prozent“. „Es gibt die Pünktlichkeit, die wir messen und es gibt die gefühlte Pünktlichkeit“, so der Nahverkehrschef angesichts der nicht barrierefreien, alten - und nach Angaben von Pendlern oft verdreckten Waggons. „Es sind viele Dinge, die zusammenkommen“, so Wewers. Dazu gehöre auch, dass die Informationen an den Bahnsteigen und im Zug verbessert werden müssten. Er sprach von einer „Notlage, die es so in Deutschland noch nicht gegeben hat“.„Und weil es so eine Notlage ist, ist die Gefühlslage derjenigen, die diese Züge nutzen müssen, eine andere“, ergänzte Meyer. „Das ist leider kein Orient-Express“, so der Minister, der bereits bei der Strecken-Übernahme Ende Dezember zwischen Bahn, Pendlern und Unternehmern vermittelt hatte.

Die Konzernbeauftragte der Deutschen Bahn, Manuela Herbort, versprach angesichts der Probleme zu prüfen, ob auch Fernverkehrszüge teils unbürkokratisch für Pendler mit Nahverkehrsticket freigegeben werden können. Man sei „sehr gut im Gespräch“, sagte sie. Mit Blick auf Touristen und Pendler sagte sie: „Die Erreichbarkeit der Insel sicherzustellen ist uns gelungen.“

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