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Grundschulschließung auf Sylt : Geschockte Eltern: Das Primarhaus schließt

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auf einem Elternabend verkündete Schulrätin Maike Jennert das Ende der Morsumer Grundschule. Anwesende Eltern reagierten empört.

Trauer, Wut, Aggressionen: Als Schulrätin Maike Jennert Montag das endgültige Aus für das Primarhaus in Morsum erklärte, ließen Eltern ihren Emotionen freien Lauf: „Unmöglich! Wir werden von keinem unterstützt – andere Schulen hier bleiben bestehen, aber die, die so genial ist, wird dicht gemacht“, ärgerte sich Sandra Litzkow, die mit knapp hundert anderen Eltern in die Aula der Schule Am Nordkamp gekommen war.

Dass das Primarhaus zum kommenden Schuljahr schließen muss, verkündete Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack zeitgleich in einer Pressemitteilung: „Nach einer vierjährigen Experimentierphase steht nun leider fest, dass eine Stabilisierung oder sogar Erhöhung der Schülerzahlen in Morsum nicht erreicht werden konnte.“ Im kommenden Schuljahr würden nur noch 19 Schüler das Primarhaus besuchen – und das seien zu wenige, um mit der entsprechenden Personalzuweisung guten Unterricht leisten zu können.

Zudem, betonte Jennert auf dem Elternabend, sei ungeachtet der vier Vormerkungen für das kommende Schuljahr klar, dass die Mindestzahl von 44 Schülern nicht zu erreichen sei. In den vergangenen Wochen seien im Ministerium noch einmal Lösungsmöglichkeiten durchgespielt worden – doch auch die Variante, bei der andere Schulen der Insel Lehrerstunden an das Primarhaus abgeben, würde nicht funktionieren: „Jede Stundenverschiebung zu Gunsten Morsums bedeutet, dass der Mindest-Qualitätsstandard an den anderen Schulen unterschritten würde.“

Die anwesenden Eltern überzeugte das nicht: „Denken Sie eigentlich nur in Zahlen? Oder denken Sie auch mal an das Kindeswohl?“, empörte sich Annas Karnath. „Es geht hier nicht darum, wer am lautesten schreit oder wer das tollste Konzept hat – es geht hier um die Schülerzahlen“, so die Schulrätin, die wiederholt betonte, dass die Schülerzahl am Primarhaus leider auch während der Experimentierphase nicht gestiegen seien.

„Das ist doch ein abgekartetes Spiel“, empörte sich ein Besucher, „Sie wissen schon lange, dass sie die Schule schließen wollen. Und die nächste ist dann diese hier.“ Dem stimmten auch andere Eltern zu, die betonten, dass sie ihre Kinder nicht auf die Schule am Nordkamp schicken werden.

Das rief Schulleiter Hans-Peter Krebs auf den Plan: Lange habe die Schule am Nordkamp versucht, dabei zu helfen, dass das Primarhaus bestehen bliebe – auch wenn sich die Zusammenarbeit nicht immer einfach gestaltet habe. Dass Eltern nun öffentlich verkünden, ihre Kinder nicht auf seine Schule zu schicken, „sei ein Affront“ gegen sein Kollegium und die Elternschaft. Zudem könne man auch Maike Jennert nicht vorwerfen, dass sie sich nicht für Sylt einsetzen würde. Die Schulrätin selbst betonte, dass aus Sicht des Landes mittelfristig keine weiteren Schulschließungen auf Sylt angedacht seien - „außer wenn Sie hier die Schulen schlecht reden“.

Weitere Gespräche mit Eltern und Kindern am Primarhaus sollen bei den Zeugnisgesprächen am 11. und 12. Februar geführt werden. Vom 17. bis zum 28. März sind für sie Hospitation und Beratungsgespräche an allen vier Grundschulen vorgesehen. Bis zum 7. April läuft dann die Ummeldefrist für Kinder der Außenstelle Morsum, wenn der Schulbesuch nicht an der Hauptstelle Nordkamp fortgeführt werden soll.

 

 

 


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erstellt am 10.Feb.2014 | 19:59 Uhr

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