Offshore-Windpark vor Sylt : Gericht kippt Nabu-Klage gegen Butendiek

Butendiek liefert seit Februar Strom.
Butendiek liefert seit Februar Strom.

Der Nabu sorgt sich um Schweinswale und Seetaucher. Das Verwaltungsgericht in Hamburg lässt Berufung zu.

shz.de von
23. September 2015, 16:31 Uhr

Hamburg | Der Naturschutzbund Nabu ist mit einer Klage gegen den Offshore-Windpark Butendiek in der Nordsee gescheitert. Das Verwaltungsgericht Hamburg habe die Klagebefugnis des Nabu verneint, sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch. Die Umweltschützer hatten die Errichtung des Windparks Butendiek vor Sylt mit einer sogenannten Verbandsklage verhindern wollen. Der Baulärm vertreibe Schweinswale und nehme Seetauchern den Lebensraum, argumentierte der Nabu.

Seit Februar produziert der Offshore-Windpark Strom. Die 80 Windräder mit einer Nabenhöhe von 91 Metern haben eine Leistung von zusammen 288 Megawatt.

Da der Windpark inzwischen schon Strom liefert, forderte der Verband nun, die Errichtung für rechtswidrig zu erklären und den Betreibern die Betriebserlaubnis zu entziehen. Die genauen Gründe für die Abweisung der Klage will das Gericht in der schriftlichen Urteilsbegründung darstellen. Es ließ aber bereits die Berufung zum Oberverwaltungsgericht zu.

Die Klage richtete sich gegen das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, das den Windpark in einem Naturschutzgebiet genehmigt hatte. „Einen schlechteren Standort gibt es in der ganzen Nordsee nicht. Das ist Energiepolitik auf Kosten der Meeresnatur“, kritisierte der Nabu-Meeresschutzexperte Kim Detloff.

Welche größeren Offshore-Windparks sind in Deutschland noch geplant, im Bau oder schon am Netz? Das zeigt unsere interaktive Karte:

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