„Haus Westerland“ : Geplante Hotelerweiterung wurde vom Sylter Bauausschuss abgelehnt

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Der geplante Erweiterungsbau des ehemaligen Hotel Westerland.

Der geplante Erweiterungsbau des ehemaligen Hotel Westerland.

Der Erweiterungsbau für das ehemalige „Haus Westerland“ scheitert auch in kleinerer Variante an dem Gremium.

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15. August 2019, 11:30 Uhr

Westerland | Die geplante Hotelerweiterung in der Brandenburger Straße liegt weiter auf Eis. Obwohl formell alles in Ordnung ist, legt die Kommunalpolitik dem Investor Steine in den Weg. Geänderten Bauplänen, die der Bauherr nach Gesprächen mit Verwaltung und Politik vorgelegt hatte, erteilte der Bauausschuss am Montagabend eine Abfuhr.

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Stein des Anstoßes ist das ehemalige „Haus Westerland“ in der Brandenburger Straße 13, direkt hinter der Düne. Von 1955 bis 1997 war es Kurheim für BASF-Mitarbeiter, dann Hotel und 2017 wurde es von der Hanseatic Group übernommen. Betreiber ist seitdem die Rostocker Arcona-Hotelgruppe. Seit der Renovierung wirbt das Hotel unter dem Namen „Wyn“ um Gäste für seine 72 Zimmer – das steht für „Wind“ auf Sölring.

Das „Haus Westerland“  (links) soll durch einen Anbau auf dem Parkplatz (rechts) erweitert werden.
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Das „Haus Westerland“  (links) soll durch einen Anbau auf dem Parkplatz (rechts) erweitert werden.

Das ehemalige „Haus Westerland“  sollte seit letztem Herbst um ein dreistöckiges Gebäude mit 28 Appartements und einer Tiefgarage mit 36 Stellplätzen erweitert werden. Doch das Vorhaben stieß in den Gremien auf heftige Ablehnung: „Wir wollen keine weitere Verdichtung“ hieß es zum Beispiel, „Wie viele Hotels brauchen wir noch?“ und „Wir müssen die Reißleine ziehen, sonst machen wir uns kaputt.“

Weiterlesen: Haus Westerland: Wie viele Hotelbetten braucht Sylt?

Um Zeit zu gewinnen beschloss der Bauausschuss, die Bauvoranfrage ein Jahr zurückzustellen und ein Bauleitverfahren in Gang zu setzen. Ein neuer Bebauungsplan Nr. 137 soll festschreiben, wie sich die Politik künftige Bauten in der nördlichen Westerländer Innenstadt vorstellt. Bisher gilt dort der einfache B-Plan Nr. 68 von 2000, der nur Einschränkungen für Parkplätze, Zufahrten, Wintergärten und Werbeanlagen vorsieht. Für alles andere gilt Paragraph 34 Baugesetzbuch, und der kennt nur ein Kriterium: Erlaubt ist, was sich in die nähere Umgebung einfügt.

In der Zwischenzeit hätten drei Gespräche mit dem Bauherren stattgefunden, um einen gemeinsamen Weg für den Hotelanbau zu finden und einem Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen, berichtete Bauausschuss-Vorsitzender Frank Zahel (CDU): 

Die Gespräche waren wirklich sehr konstruktiv, wir haben auf Augenhöhe miteinander gesprochen. Frank Zahel (CDU)
 

Beim neuen Entwurf sei deutlich erkennbar, dass sich der Bauherr bewegt hat. Wunschgemäß sei das Staffelgeschoss beim Anbau entfallen, erläuterte Peter Andresen vom Bauamt der Gemeinde Sylt die Pläne. Die Zahl der Appartements wurde auf 24 reduziert. Zusätzlich sollte das Dach am bestehenden Gebäude („der Sargdeckel“) umgebaut werden – durch die neue Dachterrasse wäre ein optischer Übergang zum Neubau entstanden. „Für diese Bauvoranfrage empfiehlt die Verwaltung die Zustimmung.“ Vor der Abstimmung richtete Zahel noch einen Appell an die Mitglieder:

Sicherlich kann jeder so stimmen, wie er es für richtig hält, aber ich möchte hier auch ganz deutlich an Baugesetze erinnern. Frank Zahel (CDU)
 

Fünf Bauausschuss-Mitglieder stimmten mit ja, fünf dagegen und einer enthielt sich. „Damit ist der Antrag abgelehnt.“

Stattdessen darf nun auf dem Areal  nördlich der Strandstraße, östlich der Dr.-Nicolas-Straße, südlich der Johann-Möller-Straße und westlich der Norderstraße erstmal gar nichts mehr gebaut werden.

Mit der Mehrheit von sieben Ja-Stimmen gegen vier Nein-Stimmen beschloss der Bauausschuss eine Veränderungssperre für die nördliche Innenstadt. Nun muss die Verwaltung innerhalb von zwei Jahren einen B-Plan vorlegen. „Das ist extrem viel Arbeit und wir hoffen, dass wir es schaffen“, erklärte Bürgermeister Häckel. Mehr als vier Jahre dürfe die Gemeinde das Bauvorhaben nicht blockieren.

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