Geotextilien sollen Sand fest halten

Seit 1990 schützen geotextile Sandcontainer  auf 165 Meter Küstenlänge das bekannte Haus 'Kliffende'.  Foto: Syltpicture
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Seit 1990 schützen geotextile Sandcontainer auf 165 Meter Küstenlänge das bekannte Haus "Kliffende". Foto: Syltpicture

Im letzten Teil der Küstenschutz-Serie geht es um Sandcontainer, die vor besonders gefährdeten Stellen der Insel eingebaut wurden

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06. August 2011, 09:50 Uhr

Seit Jahrzehnten werden auf Sylt Geotextilien im Küstenschutz angewendet. So wurde Nylongewebe als Unterlage für die 1967/68 errichteten Tetrapoden vor Hörnum verwendet. Das Material alterte im Laufe der Jahrzehnte kaum, obwohl die Tetrapoden Sackungen und Setzungen ausgesetzt waren.

Nach den Sturmfluten im Januar und Februar 1990 lag die Hausfront des Hauses "Kliffende" in Kampen weniger als 5,5 Meter von der Abbruchkante entfernt. Die Sandaufspülungen 1985 und 1987 hatten vor dem Grundstück keine ausreichende Schutzwirkung entfaltet, so dass eine zweite Sicherheit notwendig schien. Daher entschloss sich die Hauseigentümerin zu einer Sicherung des Grundstückes auf 165 Meter Küstenlänge durch den Einbau von zehn Lagen geotextiler Sandcontainer.

Die Geotextilien wurden nach Fertigstellung mit dem Sand der 1990 ebenfalls erfolgten Sandaufspülung abgedeckt. Auf dem oberen Teil wurden Sandfangzäune gesetzt und Strandhafer gepflanzt. Die zehn Sandcontainerlagen wurden zuletzt nach dem Orkan "Anatol" am 3. Dezember 1999 freigelegt. Dabei zeigte sich, dass das Bauwerk im Falle des Freiliegens die typischen Wirkungen eines Deckwerkes zeigt: Der Strand wurde in der Folgezeit ausgeräumt und nur durch zusätzliche Sandzufuhr aus dem Küstenlängstransport beziehungsweise durch Sandaufspülungen wiederhergestellt.

Aufgrund einer lokalen Vertiefung im Riffbereich vor Kampen, wurden im Herbst 1990 in bis zu sechs Meter Tiefe insgesamt 416 geotextile Sandsäcke mit einem Inhalt von jeweils zehn Kubikmeter auf einer Länge von 350 Metern eingebaut. In der Folgezeit wurden die Säcke durch natürliche Vorgänge zum Teil übersandet. Zur Sicherung der steilen Unterwasserböschung vor dem Hafen List wurden 1994 ebenfalls Sandcontainer eingebaut. Diese halten die Böschung bis heute stabil.

Da die Straße auf dem Lister Ellenbogen in einem Teilbereich sehr nahe an der Abbruchkante liegt, wurden 1998 an der seeseitigen Uferböschung ebenfalls mehrere Sandcontainer verlegt. Diese stammten aus den Restbeständen der Hafen-Sicherung und wurden vor Ort mit Sand gefüllt. Die Strandbreiten vor dem Leuchtturm List-Ost waren 1999 derart gering, dass sich die obere Abbruchkante nur wenige Meter vor dem Leuchtturm befand. Daher wurden dort im Jahre 2000 zur Sicherung des Leuchtturms geotextile Sandcontainer eingebaut. Durch die natürlichen Anlandungen (Ostverlagerung des Sandes) war dieser Bereich seither nicht mehr gefährdet.

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