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Sylter Sommer : Gemischte Bilanz des Sylter Sommers

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr holt der Sommer für einige Touristiker alles wieder heraus. Andere sehen die Situation pessimistischer.

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erstellt am 15.Sep.2013 | 07:00 Uhr

Die Monate Juli und August sind vorüber – damit geht auch die Hauptsaison auf der Insel ihrem Ende entgegen. Nachdem das erste Halbjahr mit einem langen Winter und kalten Temperaturen für diejenigen, die vom Tourismus leben, eine Enttäuschung war, stellt sich jetzt die Frage, ob die Sommermonate das wirtschaftlich wieder ausgleichen konnten.

Für Stephan Beck, Vorsitzender des Sylter Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), waren die Sommermonate gerade mal „in Ordnung“. Das Jahr habe 365 Tage, da könnten zwei Monate nicht alles wieder herausreißen. „Dazu kommt noch, dass uns die Finanzkrise des Mittelstands hart trifft. Wir können jetzt nur auf die Monate September und Oktober warten.“ Der Herbst sei in den vergangenen Jahren immer gut gelaufen. Becks Ansicht nach ist es deshalb für ein endgültiges Résumée noch zu früh.

Auch Peter Douven, Tourismusdirektor der Gemeinde Sylt, misst den Herbstmonaten für die Jahresbilanz eine große Bedeutung zu. Er ist allerdings mit dem Sommer richtig zufrieden. „Wir hatten hohe Temperaturen, viel Sonne und gute bis sehr gute Ergebnisse“. Der stärkste Monat sei für den Insel-Tourismus der Juli gewesen. Bei den Gästezahlen und Übernachtungen habe es in diesen beiden Monaten ein leichtes Plus zum Vorjahr gegeben, „das aber die Ausfälle im ersten Halbjahr nicht ausgleicht.“ Dagegen habe die Strandkorbvermietung im Juli ein Rekordergebnis erzielt. „Alles in allem ist der Sommer 2013 eine gute Basis für Urlaubsentscheidungen zu Gunsten unserer Insel in 2014“, fasst Douven zusammen. Belastet würde das nächste Jahr aber durch einen historisch schmalen Sommerferienkorridor.

Durchweg zufrieden mit diesem Sommer war Jürgen Gosch. Für den Fischhändler haben die umsatzstarken Monate Juli und August den schwierigen Saisonstart wieder wett gemacht. „Und ich habe das Gefühl, dass nicht nur ich zufrieden bin, sondern auch die Gäste.“ In diesem Sommer sei der Zuspruch besonders beim neuen Gosch am Kliff in Wenningstedt sehr groß gewesen. „Die Leute waren einfach gespannt darauf, wie alles aussieht.“ Bald werde sich aber alles normalisieren. „Wenn wir den Überschuss aus Wenningstedt nach List bringen, ist die Kasse wieder ausgeglichen.“

Auch bei Riel Immobilien hat man bisher keinen Grund, sich über den Verlauf des Geschäftsjahres zu beklagen: „Die Löcher aus dem Frühjahr sind gestopft und wir nähern uns den Zahlen aus dem vergangenen Jahr“, sagte Marcus Riel. „Wir werden nicht sagen können, es war ein schlechtes Jahr.“

Bei der Reederei Adler-Schiffe ist man zwar zufrieden mit der Saison, stellt aber einen Wandel im Verhalten der Gäste fest. „Die Leute buchen häufiger kurze Touren. Viele sind nur noch drei oder vier Tage lang auf Sylt und wollen nicht einen ganzen Tag mit einer Schiffstour verbringen“, erzählt Pressesprecherin Juliane Peter.

Entrée-Geschäftsführer Stefan Köster hingegen ist davon überzeugt, dass sein Sommer in diesem Jahr deshalb besser war als in den Vorjahren, weil den Gästen ein gutes Preis-Leistungsverhältnis immer wichtiger würde. „Heute können sich viele die hohen Sylt-Preise nicht mehr leisten. Viele Gastronomen haben das in diesem Jahr stark gespürt.“

 

 

 

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